12:11 25 Februar 2018
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    Moskau: Georgien plant „Masseninvasion“ in Südossetien (Überblick)

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    Konflikt zwischen Russland und Georgien (78)
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    Mehr als drei Jahre nach der Niederlage im Südossetien-Krieg plant Georgien nach russischen Angaben ein „massenhaftes illegales Eindringen“ in seine ehemalige Provinz, die unter dem militärischen Schutz Russlands steht.

    Mehr als drei Jahre nach der Niederlage im Südossetien-Krieg plant Georgien nach russischen Angaben ein „massenhaftes illegales Eindringen“ in seine ehemalige Provinz, die unter dem militärischen Schutz Russlands steht.

    Anlässlich des 3. Jahrestags seit der Anerkennung von Südossetien durch Russland plane Georgien am 26. August einen „Friedens-Marsch“: Rund 3000 Menschen - Flüchtlinge, Einwanderer aus Tschetschenien und andere - sollen von Odsisi (Innerkartlien, Zentralgeorgien) zur südossetischen Grenze marschieren, teilte das russische Außenministerium am Dienstag mit. 

    Den vorliegenden Angaben zufolge werbe das georgische Flüchtlingsministerium bereits „Demonstranten“ an und greife dabei zu Druck und Drohungen. „In einer Reihe von Fällen müssen die Bürger sich schriftlich verpflichten, am ‚Friedenmarsch’ teilzunehmen“, hieß es.

    „Das Szenario dieser Aktion sieht ein massenhaftes illegales Eindringen nach Südossetien unter dem Motto der Heimkehr der Flüchtlinge vor“, so das Außenamt in Moskau weiter. „Wir warnen die georgische Seite entschieden vor einem neuen Abenteuer in der Region.“ Das Außenministerium rief andere Staaten auf, diesbezüglich „unmissverständliche Signale“ an Tiflis zu senden. 

    Georgien organisiert nicht zum ersten Mal Friedensmärsche in Richtung Südossetien. Schon der erste georgische Präsident und Chef der nationalistischen Bewegung, Swiad Gamsachurdija, hatte im November 1989 eine derartige Aktion veranstaltet, um die damalige Führung Südossetiens, die mehr Autonomierechte forderte, unter Druck zu setzen. Damals wollten Tausende nach Zchinwali vormarschieren, um dort eine Kundgebung für Einheit Georgiens zu organisieren, wurden jedoch vor dem Stadttor von Einheimischen gestoppt. Bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen kamen nach südossetischen Angaben mehrere Osseten ums Leben, Hunderte weitere wurden verletzt.

    Im September 2007, elf Monate vor dem militärischen Überfall auf Südossetien, wollte die Regierung Michail Saakaschwili einen Friedens-Marsch nach Zchinwali organisieren, musste jedoch nach heftigen Protesten aus Russland und Südossetien davon Abstand nehmen.

    Südossetien hatte sich nach dem Zerfall der Sowjetunion von Georgien losgekämpft und existierte vor dem Angriff der georgischen Armee vom 8. August 2008 lange Zeit als international nicht anerkannter De-facto-Staat. Der Angriff, bei dem die südossetische Hauptstadt Zchinwali weitgehend zerstört und zahlreiche Zivilisten getötet wurden, konnte erst nach der Intervention russischer Truppen abgewehrt werden.

    Nach dem Fünf-Tage-Krieg erkannte Russland die Unabhängigkeit von Südossetien sowie des anderen De-facto-Staates in Georgien, Abchasien, an. Georgiens Staatschef Saakaschwili brach daraufhin die diplomatischen Beziehungen mit Moskau ab. Russland richtete in den beiden Regionen Militärstützpunkte ein.

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