16:56 23 Oktober 2018
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    Islamisten getarnt als Freiheitskämpfer: Al-Qaida lockt Westen in Falle - “Rossijskaja Gaseta”

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    Nationaler Übergangsrat Libyens findet international Anerkennung (108)
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    Nach dem Sturz von Muammar Gaddafi sind die Islamisten in Libyen auf dem Vormarsch, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ am Freitag.

    Nach dem Sturz von Muammar Gaddafi sind die  Islamisten in Libyen auf dem Vormarsch, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ am Freitag.

    Russland hat am Donnerstag den Nationalen Übergangsrat der Rebellen als rechtmäßige Vertreter des libyschen Volkes anerkannt. Laut der Entwicklung der Ereignisse in Libyen wird der Westen aber noch bedauern, dass er die Aufständischen beim Sturz des Gaddafi-Regimes unterstützt.

    Die Fahne der Revolution, die mit Aufrufen zur Freiheit und Demokratie begonnen hatte, wurde den radikalen Islamisten übergeben. Zwar handelt es bislang nur um Einzelfälle, doch viele undurchsichtige Anführer der Rebellentruppen wecken Zweifel bei vielen Experten. Fernsehsender aus Europa berichten davon, dass die Al-Qaida die Führungsriege der Opposition unterwandert.

    Unter Gaddafi saßen viele Anführer der radikalen Islamisten hinter Gittern oder wurden aus dem Land gewiesen. Jetzt haben sie die Gelegenheit, Rache zu üben - im Schulterschluss mit dem Westen, der die Al-Qaida in Afghanistan und im Irak bekämpft.

    Die Waffen des Westens gelangen in die Hände ihrer unversöhnlichen Feinde. Ihren Plan, Libyen in einen islamistischen Staat zu verwandeln, müssen sie verheimlichen. Sie brauchen die Unterstützung der Nato, um Gaddafi den Garaus zu machen. Ohne die Hilfe des Westens könnte sich der Bürgerkrieg in die Länge ziehen.

    Die Radikalen haben den Übergangsrat unterwandert und werden nach den Wahlen an die Macht kommen und danach ihre eigenen Regeln aufstellen. Der Westen kann jedoch den Willen des Volkes nicht ignorieren. Al-Qaida wird mit Libyen eine Vorhut für Anschläge in Europa bekommen.

    Im Juli wurde der Kommandeur der Rebellentruppen, Abdel Fattah Junes, getötet. Der General war übergelaufen und hatte zuvor Gaddafis Militäroperationen gegen die Islamisten geleitet. Es ist nicht bekannt, wer ihn getötet hat. Kurz nach seinem Tod wurde Abdel Hakim Belhadsch, ein früheres Al-Qaida-Mitglied, zum Militärchef ernannt. In seinem früheren Leben war er Emir der „Libyschen Islamischen Kampfgruppe“ gewesen, die zum Al-Qaida-Ableger in Libyen gehört.

    Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass die Aufständischen bei der jüngsten Festnahme des libyschen Außenministers in Tripolis nicht „Es lebe die Revolution“, sondern „Allahu Akbar“ riefen.

    So eine Opposition wird auf Verhandlungen mit Gaddafi niemals eingehen. Das Blutvergießen wird sie nicht stoppen – viel zu wichtige geopolitische Aufgaben stehen auf dem Spiel. In Libyen sind bereits über 50.000 Menschen während der Kämpfe getötet worden. Das Massaker wird weitergehen - egal ob Gaddafi gefasst wird oder nicht.

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