15:35 19 Juli 2018
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    Ringen um Libyens Ressourcen hat begonnen - “Kommersant”

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    Nationaler Übergangsrat Libyens findet international Anerkennung (108)
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    In Paris haben am Donnerstag Vertreter aus mehr als 60 Ländern mit Gesprächen über die Zukunft Libyens begonnen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    In Paris haben am Donnerstag Vertreter aus mehr als 60 Ländern mit Gesprächen über die Zukunft Libyens begonnen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Die erste Geige bei der Libyen-Konferenz spielen Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, Großbritanniens Premier David Cameron und US-Außenministerin Hillary Clinton. Laut den westlichen Staats- und Regierungschefs steht der Wiederaufbau Libyens an erster Stelle der Tagesordnung.

    Doch Experten zufolge stecken hinter den Gesprächen über freie Wahlen und die Wiederherstellung der Wasser- und Lebensmittelversorgung völlig andere Ziele. Die Sieger wollen die besten Stücke vom Libyen-Kuchen für sich abschneiden. Es handelt sich vor allem um die Öl- und Gasvorräte (29,5 Milliarden Barrel und 1,6 Billionen Kubikmeter). Der Westen hatte mit der Aufteilung der Vorkommen schon lange vor dem Fall von Tripolis begonnen.

    Wie die französische Zeitung „Liberation“ gestern schrieb, hat der libysche Übergangsrat den Franzosen bereits im April versprochen, die Kontrolle über 35 Prozent des libyschen Öls im Tausch gegen militärische und politische Unterstützung zu übergeben. Frankreichs Außenminister Alain Juppé sagte am Donnerstag, dass er nichts davon wisse, halte es aber für naheliegend, dass die Länder, die die Aufständischen unterstützten, Vorrechte beim Wiederaufbau des Landes bekommen.

    Italien verliert ebenfalls keine Zeit. Anfang dieser Woche unterzeichnete der bereits vor dem Krieg in Libyen tätige italienische Energiekonzern ENI ein Kooperationsabkommen mit dem Übergangsrat. Die Aufständischen versprachen den Italienern, alles dafür zu tun, damit das Unternehmen wieder seine Tätigkeit in Libyen aufnehmen kann.

    Russland hat in den vergangenen Tagen sein zögerliches Verhalten zur Libyen-Frage aufgegeben. Zunächst erklärte sich Moskau bereit, an der Libyen-Konferenz teilzunehmen. Am Donnerstag erkannt Russland den Übergangsrat der Rebellen als rechtmäßige Vertreter des libyschen Staats an Libyens. Doch Russland ist nicht unbedingt daran interessiert, neue Abkommen zu schließen, sondern dass die alten ihre Gültigkeit behalten. „Wir gehen davon aus, dass die früher geschlossenen Verträge zwischen der Russischen Föderation und Libyen sowie andere gegenseitige Verpflichtungen gewissenhaft erfüllt werden“, hieß es gestern in einer Erklärung des russischen Außenministeriums.

    Laut Experten muss Russland darüber nicht mit den neuen libyschen Anführern sprechen. „Die wirtschaftlichen Entscheidungen werden von den Ländern getroffen, mit deren Hilfe der Übergangsrat an die Macht gekommen ist“, sagte Fjodor Lukjanow, Chefredakteur der Zeitschrift „Russia in Global Affairs“. Russland solle nicht erwarten, dass die früheren Vereinbarungen erfüllt werden. „Die westlichen Unternehmen werden Russland bestenfalls als Partner einladen“, so Lukjanow.

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