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    Weißrussland: Justiz-Willkür gegen falsche Terrorverdächtige - "Moskowskije Nowosti"

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    Explosion in der Minsker Metro (47)
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    In Weißrussland hat der Strafprozess gegen die zwei mutmaßlichen Bombenleger des Anschlags auf die Minsker U-Bahn im April begonnen.

    In Weißrussland hat der Strafprozess gegen die zwei mutmaßlichen Bombenleger des Anschlags auf die Minsker U-Bahn im April begonnen.

    Kaum jemand in Weißrussland glaubt, dass die wahren Täter vor Gericht gestellt worden sind, schreibt die Zeitung "Moskowskije Nowosti" am Freitag.

    Viele Fragen ruft der Umstand hervor, dass gegen die Angeklagten Dmitri Konowalow und Wladislaw Kowaljow mehrere Strafverfahren eingeleitet worden sind. Die Ermittler behaupten, sie hätten ihre Terror-Aktivitäten bereits mit 14 Jahren begonnen, als sie 2000 eine Bombe in einem Wohnhaus in ihrer Heimatstadt Witebsk gezündet hatten. Außerdem sollen sie einen Anschlag auf eine Bibliothek organisiert und mehrere Autos verbrannt haben. Zu guter Letzt werden die beiden verdächtigt, am 3. Juli 2008, dem Tag der Unabhängigkeit, eine Bombe im Zentrum Minsks gesprengt zu haben.

    „Wie war es denn möglich, nach dem Anschlag auf die Minsker U-Bahn zwei junge Terroristen zu finden, die zuvor zehn Jahre lang erfolglos gesucht worden waren?“ fragte sich ein früherer Mitarbeiter der weißrussischen Polizei.

    Der frühere Oberst der weißrussischen Geheimdienste, Wladimir Borodatsch, der aus politischen Gründen nach Deutschland auswandern musste, zeigte sich überzeugt, dass die beiden Anschläge in Minsk von Profis und unter Mitwirkung der Geheimdienste verübt worden seien, „um die Bevölkerung von akuten sozialen und politischen Problemen abzulenken.“

    Das Mitglied der Vereinigten Bürgerpartei, Alexander Dobrowolski, zweifelte an der Fairness des Strafprozesses. „Wo es keine öffentliche Kontrolle gibt und ein Monopol besteht, entwickelt sich die Korruption. Niemand kann die Macht effektiv kontrollieren – sie lässt das nicht zu und tut, was sie will“, stellte er fest.

    Weißrussische Menschenrechtler vermuten, dass der Prozess gegen Konowalow und Kowaljow etwa zwei Wochen dauern wird. Zwar können Journalisten der Gerichtsverhandlung beiwohnen, allerdings gibt es keinen Internetzugang und kein Mobilfunknetz in dem Gerichtsgebäude.

    In Weißrussland drohen Terroristen sogar die Todesstrafe.

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