02:59 22 November 2017
SNA Radio
    Нагорный Карабах

    Karabach-Konflikt: OSZE bereitet neues Regelungstreffen vor – "Nesawissimaja Gaseta"

    © RIA Novosti. Ilja Pitalew
    Politik
    Zum Kurzlink
    Karabach-Konflikt (134)
    0 7 0 0

    Der französische Präsident Nicolas Sarkozy wird möglicherweise bei der Organisation eines neuen Treffens seiner Amtskollegen aus Aserbaidschan und Armenien mitwirken, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

    Der französische Präsident Nicolas Sarkozy wird möglicherweise bei der Organisation eines neuen Treffens seiner Amtskollegen aus Aserbaidschan und Armenien mitwirken, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

    Laut Quellen in Baku wurde diese Initiative während der jüngsten Transkaukasien-Reise Sarkozys geäußert und bereits von den Präsidenten Russlands und der USA befürwortet. Armenien dementierte allerdings diese Information. „Aus Aserbaidschan kommen in letzter Zeit merkwürdige Nachrichten“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums.

    Zugleich fand der Diplomat die jüngste Meldung der aserbaidschanischen Nachrichtenagentur ANS Press sehr verwunderlich, dass im Streitgebiet Bergkarabach eine drei Kilometer lange Mauer errichtet würde, die „die Einwohner aserbaidschanischer Dörfer vor armenischen Kugeln schützen sollte.“

    Jerewan zeigte sich allerdings bereit, an der Mauererrichtung teilzunehmen. „Dabei sollte die Mauer nicht drei Kilometer lang, sondern auf der ganzen Grenzlinie stehen, damit weder wir sie noch sie uns sehen“, sagte ein Soldat der Selbstverteidigungsarmee Bergkarabachs. „Für die Aserbaidschaner wäre es einfacher, ihre Scharfschützen abzuziehen, aber sie machen das trotz der Hinweise der Vermittler nicht. Wir können nur ihr Feuer erwidern.“

    Die Minsker OSZE-Gruppe für Bergkarabach plant mittlerweile für Ende Oktober ein neues Treffen der Präsidenten beider am Konflikt beteiligten Länder. Wie Aserbaidschans Außenminister Elmar Mamedjarow sagte, wird es „der Kompromisssuche gewidmet sein“. Er räumte allerdings ein, dass man in Baku am Erfolg der neuen Verhandlungen zweifelt.

    Eltschin Guseinli von der Sicherheitsverwaltung im aserbaidschanischen Außenamt hatte allerdings am vergangenen Dienstag der Minsker Gruppe eine „künstliche Ausbremsung“ des Karabach-Konflikts vorgeworfen. „Die Minsker Gruppe besteht schon seit 20 Jahren, spürt aber immer noch keine Verantwortung dafür“, sagte der Diplomat auf einer Konferenz, die von Baku in Kooperation mit dem Staatsbündnis GUAM (Georgien, Ukraine, Aserbaidschan, Moldawien) und der Baltischen Versammlung (Parlamentsorganisation Lettlands, Litauens und Estlands) organisiert wurde.

    Die Konfliktsituationen in Georgien und Bergkarabach gefährden die internationale Sicherheit, und die Minsker OSZE-Gruppe wirkt mit Armenien zusammen, „anstatt die gerechte Position Aserbaidschans zu unterstützen.“ In diesem Kontext verwies er auf die engen militärpolitischen Kontakte zwischen Russland und Armenien, die „der Grund der regionalen Instabilität“ seien, und warf Jerewan eine Verletzung seiner internationalen Verpflichtungen vor.

    Experten finden jedoch solche Aussagen unlogisch. „Aserbaidschan wirft Armenien ein Wettrüsten vor. Aber ausgerechnet Baku hebt seinen riesigen Rüstungshaushalt immer wieder hervor und schließt eine militärische Lösung nicht aus“, sagte Michail Alexandrow vom Institut für die GUS-Länder.

    „Aserbaidschan sollte sich seine Position lieber anders überlegen. Der Wohlstand seiner Bevölkerung ist nicht allzu hoch, um Riesengelder für die Aufrüstung auszugeben.“ Außerdem wies der Experte Bakus Kritik an der russisch-armenischen Partnerschaft zurück. „Russland gleicht nur die türkischen und iranischen Kräfte aus. Wenn es Russland nicht gegeben hätte, dann wäre die Situation im Südkaukasus der in Syrien oder Libyen ähnlich.“

    „Eine Regelung wäre nur dann möglich, wenn beide Seiten Kompromisse eingehen würden. Aber Aserbaidschan akzeptiert keine Zugeständnisse und beschuldigt die OSZE“, ergänzte Alexandrow.

    Themen:
    Karabach-Konflikt (134)
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren