23:22 23 November 2017
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    Libyen: Gaddafi entdeckt – wird er auch gefasst? - "Rossijskaja Gaseta"

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    Internationale Sanktionen gegen das Gaddafi-Regime (985)
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    Das Versteck des gestürzten libyschen Diktators Muammar Gaddafi ist vermutlich entdeckt worden, schreibt die Zeitung "Rossijskaja Gaseta" am Donnerstag.

    Das Versteck des gestürzten libyschen Diktators Muammar Gaddafi ist vermutlich entdeckt worden, schreibt die Zeitung "Rossijskaja Gaseta" am Donnerstag.

    Der Übergangsrat der Rebellen warf in letzter Zeit verschiedenen Stämmen die Beherbergung des Oberst vor, und denen blieb keine andere Wahl als die Suche nach Gaddafi. Besonders aktiv zeigten sich dabei die Tuareg.

    Dieser Stamm verkündete unlängst, dass sich der Ex-Machthaber irgendwo in der Wüste im Südwesten des Landes verstecke.

    Unklar bleibt allerdings, was die neuen Machthaber und ihre Helfer aus der Nato daran hindert, Gaddafi zu fassen und vor Gericht zu stellen. Wenn die Tuareg gelogen hätten, dann wären sie sofort der Lüge beschuldigt worden. Aber der Interimsrat sagt nichts. Das bedeutet, dass die Informationen über Gaddafis Aufenthalt wahr sind.

    Die Rebellen scheinen schon seit längerer Zeit zu wissen, wo sich Gaddafi versteckt. Sie wollen ihn jedoch nicht verhaften, um die Situation zu beruhigen. Denn im Fall seiner Festnahme könnte der Bürgerkrieg wieder ausbrechen – die Stämme, die auf Gaddafis Seite stehen, würden sich an den Revolutionären rächen.

    Was aber die Regelung von zahlreichen inneren Problemen in Libyen angeht, so wollen sie diese Aufgabe offenbar den Europäern überlassen, die das Land mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgen sollen. Gestern wurde übrigens mitgeteilt, dass das EU-Büro in Tripolis demnächst in eine vollwertige Botschaft umgewandelt werden soll.

    Europäische Beamte machen keinen Hehl aus ihrer Zufriedenheit über die Entwicklung der Situation in Libyen und bestätigen ihre Verpflichtungen zur Unterstützung des „neuen stabilen, gedeihenden, souveränen und demokratischen Libyens“. Das geht aus einem am vergangenen Montag gefassten Beschluss der EU-Außenminister hervor. Aber warum sollte denn Brüssel damit unzufrieden sein, dass eines der ölreichsten Länder der Welt seine Souveränität verloren hat und von der europäischen Wirtschaft voll und ganz kontrolliert wird?

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