00:45 25 November 2017
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    Heinz Fischer setzt sich für Nabucco-Projekt und turkmenisches Gas ein

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    Die EU und Turkmenistan beginnen, eine Rechtsgrundlage für einen Vertrag über turkmenische Erdgaslieferungen nach Europa zu schaffen.

    Die EU und Turkmenistan beginnen, eine Rechtsgrundlage für einen Vertrag über turkmenische Erdgaslieferungen nach Europa zu schaffen.

    Das teilte der turkmenische Präsident Gurbanguly Berdymuchamedow am Donnerstag bei Verhandlungen mit dem österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer in Aschchabad mit. Die Energiepartnerschaft EU-Turkmenistan habe Anfang 2011 das Stadium der praktischen Umsetzung der bilateralen Pläne zu Energielieferungen nach Europa erreicht, betonte Berdymuchamedow.

    „Heute beginnen wir mit der Schaffung der vertragsrechtlichen Grundlage für die Lieferung von turkmenischen Energieträgern in Richtung Europa“, sagte Berdymuchamedow. Turkmenistan sei auf einen konstruktiven Dialog mit Europa eingestellt und lade Österreich ein, daran aktiv teilzunehmen, fügte er an.

    Der österreichische Staatschef Heinz Fischer informierte seinerseits Berdymuchamedow über die Verhandlungen vom Vortag mit dem aserbaidschanischen Amtskollegen Ilcham Alijew, bei denen das Projekt der Nabucco-Pipeline im Mittelpunkt stand.

    Die Europäische Union gehe davon aus, dass es einen sehr wichtigen Gaslieferanten (Turkmenistan) und andererseits einen zuverlässigen Partner und gerechten Erdgasverbraucher (Europa) gebe, äußerte Fischer. Es komme also darauf an, das turkmenische Angebot und die europäische Nachfrage in einem gegenseitig vorteilhaften Vertrag zu vereinigen.

    Österreich ist eines der Schlüsselländer im Projekt der Nabucco-Pipeline, über die Erdgas aus der Region um das Kaspische Meer an Russland vorbei nach Zentraleuropa gepumpt werden soll. Der größte österreichische Energiekonzern OMV ist einer der Mitbegründer und Hauptförderer des Projektes.

    Wie Heinz Fischer bei den heutigen Verhandlungen betonte, hatte Österreich auf die Atomenergetik verzichtet. Sein Land arbeite aktiv im Bereich von regenerierbaren Energiequellen, sei jedoch trotzdem auf den Gasimport angewiesen.

    Die rund 3300 Kilometer lange Pipeline soll eine Kapazität von 31 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr erreichen. Die 7,9 Milliarden Euro teure Pipeline ist im Grunde genommen eine Verlängerung der Leitung Baku-Tiflis-Erzurum. Die Endstation der Pipeline ist Österreich, von dort aus soll das Erdgas an seine Nachbarländer mit einer hochentwickelten Wirtschaft wie die Bundesrepublik Deutschland, Italien und die Schweiz weiterverteilt werden.

    Fischer bezeichnete die turkmenische Regel, das Erdgas an den Landesgrenzen zu gerechten Preisen zu verkaufen, als „gerecht“.

    Gegenwärtig liefert Turkmenistan Erdgas an Russland, China und den Iran.

    Beim heutigen österreichisch-turkmenischen Gipfeltreffen wurden auch Abkommen über den Luftverkehr, den Ausbau der Zusammenarbeit zwischen der Industrie- und Handelskammer Turkmenistans und der Wirtschaftskammer Österreichs sowie ein Absichtsprotokoll über die Zusammenarbeit im Bildungswesen und der Wissenschaft signiert.