06:52 25 November 2017
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    Nach gescheitertem Attentat in Washington: Neue Sanktionen gegen Iran möglich – "Nesawissimaja Gaseta"

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    Die USA schließen weitere Sanktionen gegen Iran nicht aus, nachdem die Vorbereitung des Mordes am saudi-arabischen Botschafter in Washington aufgedeckt wurde.

    Die USA schließen weitere Sanktionen gegen Iran nicht aus, nachdem die Vorbereitung des Mordes am saudi-arabischen Botschafter in Washington aufgedeckt wurde.

    Sollte dieses Thema im UN-Sicherheitsrat auf die Tagesordnung gesetzt werden, könnte das neue Kontroversen zwischen Moskau und Washington auslösen.

    Nach Angaben der US-Geheimdienste hatten sich an der Verschwörung wichtige Vertreter einer Sondereinsatzabteilung der Islamischen Revolutionsgarde beteiligt. Der Pressesprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, wollte allerdings nicht behaupten, dass die höchste iranische Führung davon gewusst hatte.

    Reuters meldete jedoch kürzlich unter Berufung auf anonyme Quellen, es sei „mehr als wahrscheinlich“, dass Irans geistiger Führer Ali Chamenei Bescheid gewusst habe. Dafür gebe es zwar keine konkreten Beweise, jedoch indirekte Hinweise darauf. Präsident Mahmud Ahmadinedschad sei dagegen möglicherweise in Unwissenheit geblieben.

    In dieser Geschichte gibt es viele Fragen ohne Antwort. Wegen Vorbereitung des Mordes wurde ein gewisser Manssor Arbabsiar verhaftet. Wer ihn aber persönlich kennt, der zweifelt daran, dass er ein Attentat vorbereiten könnte. „Er trug oft verschiedene Socken und verlor andauernd seine Wohnungsschlüssel und Handys“, sagte sein Nachbar. Warum ist der 56-jährige Gebrauchtwagenhändler iranischer Herkunft in den Mittelpunkt eines internationalen Skandals geraten?

    Es ist unwahrscheinlich, dass Ali Chamenei eine Verschwörung mit ungeahnten Folgen befürwortet hat. Denn dadurch könnte immerhin ein Krieg gegen Teherans größte Feinde wie USA, Saudi-Arabien und Israel vom Zaun gebrochen werden. Seit 23 Jahren, die Chamenei auf seinem Posten sitzt, ruft er immer zur Vorsicht im Interesse der Stabilität auf. Es bemüht sich ständig um eine Milderung der negativen Folgen internationaler Sanktionen. Warum sollte also Chamenei das alles riskieren?

    Was Ahmadinedschad angeht, so hat er keinen Einfluss auf die Al-Quds-Abteilung der Islamischen Revolutionsgarde. Außerdem steht er in ständiger Auseinandersetzung mit Chamenei und will seine ohnehin wacklige Position nicht gefährden.

    Fragwürdig ist auch, warum Al-Quds Kontakte mit dem mexikanischen Drogenkartell Los Zetas aufnehmen sollte – früher hatten ihre Agenten nie Spuren nach Terroranschlägen hinterlassen.

    Als wichtigster Beweis für die Vorbereitung des Attentats ist eine Banküberweisung über 100 000 Dollar aus dem Ausland. Aber aus Iran sind keine Überweisungen in die USA möglich. Warum ist man dann in Washington so sicher, dass dieses Konto Al-Quds gehört?

    Egal wie, aber der Weltsicherheitsrat wird demnächst über neue Sanktionen gegen Teheran beraten. Moskau wird allerdings gegen Washingtons Initiative stimmen – das gab das Außenministerium gestern zu verstehen, als es seine Besorgnis um „einseitige Einschränkungen“ gegen mehrere Länder, darunter gegen Iran, äußerte.

    „Moskau und Peking lassen sich nicht von Attentaten oder Explosionen beeindrucken“, sagte Georgi Mirski vom Institut für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen bei der Russischen Akademie der Wissenschafen. „Sie haben schon längst signalisiert, dass sie keine Gründe für scharfe Sanktionen, die den Ölimport aus  Iran und den Benzinexport nach Iran betreffen, sehen. Alle anderen Sanktionen werden die Iraner irgendwie verkraften.“

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