06:36 22 November 2017
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    Bundespräsident Wulff überraschend in Kabul eingetroffen

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    Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff ist am Sonntag zu einem Staatsbesuch in Kabul eingetroffen. Wie afghanische Medien mitteilen, war der Besuch aus Sicherheitsgründen nicht vorher angekündigt worden.

    Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff ist am Sonntag zu einem Staatsbesuch in Kabul eingetroffen. Wie afghanische Medien mitteilen, war der Besuch aus Sicherheitsgründen nicht vorher angekündigt worden.

    Deutschland werde der Freundschaft und Partnerschaft mit Afghanistan auch nach dem Isaf-Truppenabzug 2014 treu bleiben, sagte der Bundespräsident gleich nach der Landung. „Deutschland wird Afghanistan nicht im Stich lassen“, erklärte Christian Wulff.

    Das ist der erste Staatsbesuch eines bundesdeutschen Präsidenten in Afghanistan seit 44 Jahren, betonen die Medien. Das Besuchsprogramm sieht Treffen Wulffs mit dem afghanischen Staatschef Hamid Karzai sowie mit Vertretern der afghanischen Zivilgesellschaft und mit Menschenrechtlern vor.

    Christian Wulff und Hamid Karzai sollen zu Fragen der Vorbereitung einer für Anfang Dezember in Bonn geplanten internationalen Konferenz zu Afghanistan sprechen.

    Wulffs Vorgänger, Horst Köhler, besuchte Afghanistan 2010 als Bundespräsident, traf sich jedoch nicht mit der afghanischen Landesführung. Nach seiner umstrittenen Äußerung über die Zweckmäßigkeit der Teilnahme der Bundeswehr an internationalen Missionen im Ausland musste Köhler zurücktreten.

    In einem Interview hatte Horst Köhler erklärt, die Teilnahme der Bundeswehr an Friedenstruppen sei zumindest vom Standpunkt des Schutzes der bundesdeutschen Wirtschaftsinteressen zweckmäßig. Später präzisierte der Pressedienst des Präsidenten, es habe sich dabei nicht um Afghanistan gehandelt, doch viele deutsche Politiker bewerteten Köhlers Aussage als groben Fehler und Köhler musste den Präsidentenposten verlassen.

    Die Beteiligung an der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (Isaf) ist mit derzeit mehr als 5000 Soldaten der größte Auslandseinsatz der Bundeswehr. Bis Ende 2014 sollen die afghanischen Behörden die Verantwortung für die Sicherheit im Land vollständig übernehmen und die Kampftruppen das Land verlassen.

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