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    Nato in Libyen: Eine erdrückende Last - “Moskowskije Nowosti”

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    Der Libyen-Krieg dauert nun schon acht Monate, schreibt die Zeitung „Moskowskije Nowosti“ am Montag.

    Nato in Libyen: Eine erdrückende Last - “Moskowskije Nowosti”

    MOSKAU, 17. Oktober (RIA Novosti). Der Libyen-Krieg dauert nun schon acht Monate, schreibt die Zeitung „Moskowskije Nowosti“ am Montag.

    Auf den ersten Blick scheint es erstaunlich, weil das Kräfteverhältnis sehr unterschiedlich ist. Doch in der Tat ist die Situation sehr logisch. Obwohl die Libyen-Operation unter dem Nato-Kommando verlief, haben 14 von 28 Nato-Ländern nicht daran teilgenommen. Einige besitzen keine Kampfflugzeuge und -schiffe. Andere Nato-Länder (Deutschland, Griechenland, Portugal, Tschechien, die Slowakei, Ungarn und Kroatien) verweigerten die Teilnahme an der Operation. Die Türkei, Polen, Bulgarien und Rumänien haben jeweils nur ein oder zwei Schiffe für Meeresblockade nach Libyen geschickt.

    Die USA haben eine Woche nach Beginn der Libyen-Operation verkündet, dass zwei Kriege in der islamischen Welt genug seien. Norwegen, Dänemark, Kanada, Belgien, Spanien und Italien sowie drei Nicht-Nato-Mitglieder (Schweden, VAE und Katar) haben jeweils vier bis acht Flugzeuge bereitgestellt. Bei vier dänischen Flugzeugen vom Typ F-16 ging zum Anfang des Sommers die Munition aus. Norwegen hat zum 1. August alle sechs F-16-Flugzeuge abgezogen.

    In der Tat verwandelte sich die Operation in einen britisch-französischen Einsatz. Großbritannien und Frankreich haben insgesamt mehr als 50 Kampfflugzeuge und die Hubschrauber „Apache“ und „Tiger“ eingesetzt. Doch Anfang August hat auch Großbritannien verkündet, dass die Fortsetzung der Operation nicht mehr zu stemmen sei. Eine merkwürdige Situation: Nur vier Monate nach Beginn der Operation ist sie für eine Atommacht eine unerfüllbare Aufgabe geworden.

    Aus militärischer Sicht ist die Nato-Operation gescheitert. Gaddafi aber war in einer wirtschaftlichen Zwangslage: Geld, Kraftstoff, Lebensmittel und Munition gingen allmählich aus. Zudem haben Frankreich und Katar Waffen an die Aufständischen geliefert.

    Der Westen hat anscheinend mitgekriegt, dass er die mit Al Qaida verbundenen radikalen Islamisten an die Macht gebracht hat. Deshalb haben die Nato-Flugzeuge die Luftangriffe fast eingestellt. Die Eroberung von Sirt und Bani Walid ist für die Sieger zum Problem geworden, das noch lange ungelöst bleiben wird. Zudem stellte es sich heraus, dass Tripolis nicht zu 100 Prozent von den neuen Behörden kontrolliert wird.

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