21:39 23 November 2017
SNA Radio
    Radioaktive Abfälle

    Iran nimmt Produktion von Uranrohstoff „Yellowcake“ auf

    © RIA Novosti. A. Solomonow
    Politik
    Zum Kurzlink
    Atomstreit mit Iran (1447)
    0 1 0 0

    Der Iran hat die industrielle Produktion von Uranrohstoff „Yellowcake“ (dt.: Gelber Kuchen) aufgenommen, meldet die Agentur Fars am Montag.


     Der Iran hat die  industrielle Produktion von Uranrohstoff „Yellowcake“ (dt.: Gelber Kuchen) aufgenommen, meldet die Agentur Fars am Montag.

    „Yellowcake“ ist ein chemisches Konzentrat von Uranoxyd, das für die Produktion von angereichertem Uran benötigt wird, das sowohl in der Atomenergiewirtschaft als auch für die Entwicklung von Kernwaffen verwendet werden kann.

    Fars zufolge fand am Montag bei der Handelskammer von Teheran eine feierliche Zeremonie anlässlich der Übergabe der ersten im Iran produzierten Partie von „Yellowcake“ statt, das im Werk für Urananreicherung in der Stadt Isfahan genutzt wird.

    „Im kommenden Jahr werden wir die Möglichkeit erhalten, Brennstofftabletten zu  produzieren, die in Brennstäben von Atomreaktoren verwendet werden“, sagte Irans Außenminister Ali Akbar Salehi, früher Chef der iranischen Atomenergieorganisation, während der Zeremonie.

    Laut Salehi hat die Islamische Republik bereits etwa 35 Kilogramm Uran mit einem Anreicherungsgrad von 20 Prozent produziert.

    Im November 2009 hatte der Iran angekündigt, auf seinem Territorium zehn Werke für Urananreicherung zu bauen.

    Die USA und eine Reihe von westlichen Ländern verdächtigen den Iran der Entwicklung von Kernwaffen unter dem Deckmantel eines Programms zur friedlichen Nutzung der Atomenergie. Teheran weist alle Anschuldigungen zurück und betont, dass sein Atomprogramm ausschließlich auf die Deckung des Strombedarfes des Landes ausgerichtet sei.

    Der UN-Sicherheitsrat hatte im Juni 2010 eine neue Resolution verabschiedet, die strengere Sanktionen gegen den Iran vorsieht.

    Die Situation um das iranische Atomprogramm spitzte sich zu, nachdem der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad am 11. Februar 2010 bekannt gegeben hatte, dass Teheran die erste Partie von auf 20 Prozent angereichertem Uran produziert hätte und ein Potential für die Produktion von Uran mit einem höheren Anreicherungsgrad besitze. Er teilte auch die Pläne mit, die Produktion von niedrig angereichertem Uran zu verdreifachen.

    Die sechs internationalen Vermittler - Russland, China, die USA, Frankreich, Großbritannien und Deutschland - fordern zusammen mit der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) von Iran die Aussetzung der Arbeiten an der Urananreicherung, die eine Bedrohung für die Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen darstellen können.

    Die Verhandlungen wurden  2009 abgebrochen, als der IAEO-Gouverneursrat den Iran für den Bau eines zweiten Werkes für Urananreicherung verurteilte und Teheran aufrief, zu bestätigen, dass keine Entscheidungen über den Bau anderer Atomobjekte getroffen worden seien, über die die IAEO nicht informiert worden wäre.

    Themen:
    Atomstreit mit Iran (1447)
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren