09:00 21 November 2017
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    Putin: Moskaus Integrationsstreben bedeutet keine imperiale Sucht - „Keine Weltpolizei“

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    Putin gibt großes Fernsehinterview (12)
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    Die russische Presse vom Dienstag geht auf das gestrige Fernsehinterview von Premier Wladimir Putin ein und stellt unter anderem fest, dass die TV-Version gewisse Lücken im Vergleich zu dem auf der Webseite des Premiers veröffentlichten Stenogramm des Gesprächs aufweist. Diese betreffen hauptsächlich die außenpolitischen Äußerungen des Regierungschefs.

    Die russische Presse vom Dienstag geht auf das gestrige Fernsehinterview von Premier Wladimir Putin ein und stellt unter anderem fest, dass die TV-Version gewisse Lücken im Vergleich zu dem auf der Webseite des Premiers veröffentlichten Stenogramm des Gesprächs aufweist. Diese betreffen hauptsächlich die außenpolitischen Äußerungen des Regierungschefs.

    Auf die Kritik angesprochen, die zu Putins jüngstem Projekt der Schaffung eines Eurasischen Wirtschaftsraums aus dem Ausland zu vernehmen ist, sagte der Regierungschef: „Wie wir sehen, hat die Integration in Europa ein Niveau erreicht, von dem man selbst in der Sowjetunion mitunter nicht einmal träumen konnte… Heute spricht dort man von einer einheitlichen Regierung, einem einheitlichen Regulator im Bereich der Devisenbeziehungen in der Wirtschaft. Dort ist es aber normal, niemand spricht von imperialen Bestrebungen… In Nordamerika sind aktive Integrationsprozesse zwischen den USA, Kanada und Mexiko im Gange, das gleiche gilt für Lateinamerika, das gleiche geht in Afrika vor sich. Dort bei ihnen ist alles erlaubt und alles in Ordnung, bei uns gilt das aber als ‚imperiale Ambitionen’. Diesen Kritikern kann ich nur sagen: Packt doch eure Angelegenheiten an – kämpft gegen die steigende Inflation, gegen die wachsenden Staatsschulden oder letzten Endes gegen die Fettleibigkeit.“

    „Wir sind nicht an einer Konfrontation interessiert“, führte Putin weiter aus. „Im Gegenteil: Wir sind an einer Zusammenarbeit und an einem Zusammenschluss unserer Bemühungen interessiert… Ich habe sehr viele Freunde und gute Bekannte, die in Europa auf sehr hoher Staatsebene tätig sind und auch die Meinung vertreten, dass Europa keine stabile Zukunft ohne Russland hat… Europa ist nicht nur ein geografischer Begriff, sondern in erster Linie ein kultureller und kulturologischer Begriff. Uns vereinen mit Europa gleiche Werte… Vieles hängt natürlich von uns ab, in erster Linie in der Wirtschaft und im sozialen Bereich. In der Außenpolitik müssen wir uns sicher fühlen und stets auf unsere nationalen Interessen bedacht sein… Es wäre ein großer Fehler, den Mantel einer Großmacht anzuprobieren und zu versuchen, unsere Forderungen zu diktieren, wo es uns nichts angeht… Wir haben keinen Bedarf, uns als Weltgendarm auszugeben. Dies soll jemand anderer machen, wenn ihm das gefällt. Wir sehen, was heute in der Welt geschieht, und sind in der Lage, das zu analysieren. Wie ich denke, werden solche Länder dadurch nichts als Verluste einstecken.“

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