17:47 23 November 2017
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    Libyen: Nato-Einsatz beendet – ist der Krieg jetzt vorbei? – "Moskowskije Nowosti

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    Die US-Außenministerin Hillary Clinton ist kürzlich in Libyen eingetroffen, um den Rebellen zum Sieg im Kampf gegen Muammar Gaddafi zu gratulieren, schreibt die Zeitung "Moskowskije Nowosti" am Donnerstag.

    Die US-Außenministerin Hillary Clinton ist kürzlich in Libyen eingetroffen, um den Rebellen zum Sieg im Kampf gegen Muammar Gaddafi zu gratulieren, schreibt die Zeitung "Moskowskije Nowosti" am Donnerstag.

    Aus militärischer und ideologischer Sicht war der internationale Libyen-Einsatz erfolgreich. Die Nato-Fliegerkräfte haben die Opposition unterstützt, so dass sie den verhassten Diktator stürzen konnte. Wichtig ist auch, dass die Allianz ihr Wort gehalten hat, keine Bodenoffensive zu beginnen. Jetzt sind die westlichen Truppen in Libyen nicht mehr erforderlich, und das ist ein wichtiger Unterschied dieses Einsatzes zu den internationalen Operationen im Irak und in Afghanistan.

    Dennoch zweifeln viele Experten daran, dass die Strategie der Nato ideal war. „Die Libyen-Kampagne war dank der einmaligen politischen Bedingungen in diesem Land erfolgreich“, findet Julian Lindley-French vom Beratungszentrum Atlantic Council, der mit der Allianz kooperiert. „Die Bombenangriffe der Nato hatten nur deswegen Erfolg, weil es solche Kräfte gab, die unterstützt werden konnten. Die libysche Opposition war stark genug, um den Gaddafi-Truppen auf dem Boden Widerstand zu leisten.“

    Im Irak und in Afghanistan hatten die US- bzw. Nato-Kräfte allerdings andere Ziele. „Dort handelte es sich um einen totalen Machtwechsel. Alles musste bei Null angefangen werden. Saddam Hussein und die Taliban hatten zwar Gegner, aber sie waren so schwach, dass sie keine Herausforderer für die Machthaber waren“, so der Experte.

    Der Direktor der russischen Vertretung des Zentrums für Verteidigungsinformationen, Iwan Safrantschuk, stellte seinerseits fest, dass der Libyen-Einsatz im Grunde nach dem Modell der einstigen Nato-Operation im Kosovo verlaufen sei. „1999 wurden die albanischen Kämpfer ebenfalls solange aus der Luft unterstützt, bis die Machthaber gestürzt wurden. Dank dieser Taktik war die Libyen-Kampagne erfolgreich. Ein realer Sieg kommt aber vorerst nicht in Frage“, warnte er. „Fragwürdig ist, ob das neue libysche Regime imstande ist, einen neuen Bürgerkrieg zu verhindern und Sicherheit zu garantieren.“

    Für die Allianz ist die Bildung der neuen zivilen Regierung nach dem Gaddafi-Sturz allerdings eine Nebenfrage. Als Ziel des Nato-Einsatzes galt von Anfang an der Schutz der libyschen Bevölkerung vor dem aggressiven Gaddafi-Regime. Wenn Sirte, die Heimatstadt des gestürzten Diktators, endgültig unter Kontrolle der neuen Regierung steht, wird dieses Ziel endlich erreicht sein, erklärte unlängst das Nato-Kommando.

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