05:26 21 November 2017
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    Blairs neuer Job: Britischer Ex-Premier heuert in Kasachstan an – "Kommersant"

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    Der frühere britische Premier Tony Blair hat als Wirtschaftsberater des kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew angeheuert, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Montag.

    Der frühere britische Premier Tony Blair hat als Wirtschaftsberater des kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew angeheuert, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Montag.

    Blairs Sprecher Matthew Doyle bestätigte, dass sein Chef neben der Mission als Sonderbeauftragter des Nahost-Vermittlerquartetts eine neue Arbeit bekommen hat. „Blair half bei der Suche nach internationalen Beratern für Kasachstan. Sie leisten große Arbeit bei der Unterstützung der dortigen Reformen“, betonte er.

    Laut der britischen Zeitung „The Telegraph“ sind Blairs neue Arbeitgeber mit seinen Ergebnissen durchaus zufrieden. „Seine Empfehlungen im wirtschaftlichen und politischen Bereich sind sehr wertvoll“, soll eine Quelle in Astana gesagt haben. Der Preis, den Kasachstan für die „wertvollen Empfehlungen“ zahlen muss, liegt bei schätzungsweise acht Millionen Pfund Sterling pro Jahr. Das Umfeld des Ex-Premiers bestätigt das jedoch nicht.

    Blairs Tätigkeit als Finanzberater nach dem Rücktritt als Regierungschef wird oft bespöttelt. Aber genau diese Arbeit hat ihn um 20 bis 50 Millionen Pfund Sterling reicher gemacht. Zu seinen Kunden gehörten bzw. gehören die Investitionsbank JP Morgan und die Versicherungsgruppe Zürich Financial Services, die Regierung Kuwaits und der Investmentfonds Mubadala in Abu Dhabi. Darüber hinaus bleibt Blair der Sonderbeauftragte des Nahost-Quartetts. Viele Kenner werfen ihm die Ausnutzung seiner politischen Kontakte für seine Geschäftsinteressen vor.

    Dabei lässt sich Blair nicht vom Image seiner Kunden beeindrucken. Vor Nasarbajew, der als einer der größten Tyrannen im GUS-Raum gilt, hatte er auch den damaligen libyschen Diktator Muammar Gaddafi beraten – das verriet unlängst Gaddafis Sohn Saif al-Islam. Nach seinen Worten avancierte Blair dadurch zu „einem engen Freund der Familie“.

    Blairs Vertreter dementierten zwar diese Behauptungen, aber auf der Insel vermuten viele, dass ausgerechnet der Ex-Premier eine wichtige Rolle bei der Freilassung des Lockerbie-Terroristen Ali al-Megrahi gespielt haben könnte. Außerdem soll er bei einem milliardenschweren Deal zwischen dem libyschen Staatsfonds Libyan Investment Authority und dem russischen Konzern RusAl vermittelt haben, der allerdings am Ende platzte.

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