02:34 23 November 2017
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    Nordkosovo: Nato meldet Sperren-Abriss - Belgrad dementiert

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    Im Streit um die Straßenblockaden im Nordkosovo haben die Kosovo-Serben nach Angaben der Nato ihre Sperren freiwillig zum Teil abgebaut und den Grenzübergang Brnjak freigegeben. Belgrad wirft der Nato vor, mit Information zu manipulieren.

    Im Streit um die Straßenblockaden im Nordkosovo haben die Kosovo-Serben nach Angaben der Nato ihre Sperren freiwillig zum Teil abgebaut und den Grenzübergang Brnjak freigegeben. Belgrad wirft der Nato vor, mit Information zu manipulieren.

    Die Serben hätten in der Nacht zum Dienstag selber ihre Barrikade am Grenzposten Brnjak abgerissen, sodass die Durchfahrt an diesem Ort für alle Fahrzeuge frei sei, teilte Uve Novicki, Sprecher der Nato-geführten Truppe Kfor, dem serbischen Fernsehsender B92 mit.

    Er rief die Verteidiger der anderen Barrikaden auf, ihre Sperren freiwillig abzubauen. Der serbische Vizeminister für Kosovo und Metochien, Oliver Ivanovic, wies die Information über den Barrikadenabriss als falsch zurück. Keine der Barrikaden sei abgetragen worden, sagte Ivanovic unter Berufung auf den Vorsitzenden der nordkosovarischen Gemeinde Zubin Potok, Slaviša Ristić. „Offenbar manipuliert die Kfor die Information.“

    Die Kfor-Soldaten hatten am Donnerstag ein weiteres Mal vergeblich versucht, die Barrikaden mit Gewalt abzureißen. Die Soldaten gingen mit Tränengas gegen die Serben vor.

    Die Lage in dem mehrheitlich von Serben bewohnten Nordkosovo hatte sich im Juli zugespitzt, nachdem der kosovarische Ministerpräsident Hashim Thaci eine schwer bewaffnete Polizeieinheit an die Grenze zu Serbien geschickt hatte, um das kürzlich gegen das Nachbarland verhängte Handelsembargo durchzusetzen. Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Kosovo-Serben und der Kosovo-Polizei waren damals Dutzende von Zivilisten verletzt worden.

    Als die albanischen Behörden am 16. September doch ihre Zollbeamten und Polizisten Jarinje und Brnjak einsetzten, sperren die Serben die wichtigsten Straßen ab. Mit ihren Blockaden aus Schotter, Baumstämmen und schweren Baugeräten will die serbische Minderheit verhindern, dass die albanisch dominierte Kosovo-Regierung die bisher serbisch kontrollierten Grenzübergänge Jarinje und Brnjak übernimmt und damit die einzige zollfreie Verbindung zu Serbien kappt.

    Die albanische Regierung des Kosovo hatte im Februar 2008 mit Rückendeckung der USA und führender EU-Staaten einseitig die Unabhängigkeit dieser südserbischen Provinz von Belgrad erklärt und wurde bislang von 76 der insgesamt 192 UN-Nationen anerkannt. Das, obwohl die Region formell - laut UN-Resolution 1244 - zu Serbien gehört.

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