10:32 25 November 2017
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    Neues Debakel für russische Rüstungsindustrie: Ausschreibung in Indien verloren – "Nowyje Iswestija"

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    Russland muss wieder eine Schlappe auf dem internationalen Waffenmarkt einstecken, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Mittwoch.

    Russland muss wieder eine Schlappe auf dem internationalen Waffenmarkt einstecken, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Mittwoch.

    Bei einer Ausschreibung für die Hubschrauberversorgung der indischen Luftstreitkräfte ist die russische Maschine Mi-28N gescheitert – Neu-Delhi hat das US-Modell Apache bevorzugt.

    Als Grund für diese Wahl wird unter anderem das Streben der Hindus nach mehr Unabhängigkeit von russischen Waffen genannt. Experten sind sich jedoch einig, dass Neu-Delhi das mangelnde Interesse des russischen Verteidigungsministeriums für den Mi-28N sowie die seit Jahren scheiternde Erfüllung des staatlichen Rüstungsauftrags durch die russische Militärindustrie nicht übersehen konnte.

    Indische Quellen beteuern, der Verzicht auf russische Hubschrauber habe keine politischen, sondern „rein technische Gründe“. Russische Branchenkenner verweisen auf die besseren Fähigkeiten der Apache Helicopter, die in etwa 20 Punkten dem Mi-28N überlegen seien.

    Das ist ein herber Schlag für die russische Rüstungsindustrie, zumal der russische Kampfjet MiG-35 (modernisiertes MiG-29-Modell) erst im Frühjahr eine andere Ausschreibung in Indien verloren hatte. Damals stand die Lieferung von 126 Maschinen für mehr als zehn Milliarden Dollar auf dem Spiel.

    Der Direktor des Zentrums für Strategien- und Technologienanalyse, Ruslan Puchow, stellte fest, dass der technische Zustand des Mi-28N „lange nicht der wichtigste Grund für der Scheitern“ sei. Er verwies auf zwei weitere Hubschrauber-Ausschreibungen (für Mehrzweck-Maschinen und superschwere Helikopter), die in Indien demnächst stattfinden und an denen die russischen Ka-226 und Mi-26 teilnehmen. Beide Modelle haben große Erfolgschancen, aber „die Hindus können sich einfach nicht in allen drei Fällen für russische Maschinen entscheiden“, so der Experte. Dennoch musste er einräumen, dass der Mi-28N zusätzlich verbessert werden müsse, um international konkurrenzfähig zu sein.

    Das ist auch die Erklärung dafür, dass das russische Verteidigungsamt kein Interesse für dieses noch in den frühen 1980er Jahren entwickelte Modell hat. Erst vor kurzem wurde der Mi-28 entsprechend modernisiert und steht seit 2010 den Streitkräften zur Verfügung. Zum Vergleich: Die US-Konkurrenz Apache beweist seit vielen Jahren ihre Effizienz und wird von vielen Armeen der Welt gerne gekauft.

    In der Perspektive sollte sich die Situation für den russischen Hubschrauberbauer verbessern: Der staatliche Rüstungsauftrag sieht in den kommenden Jahren den Kauf von vielen Helikoptern vor. Laut Igor Korotschenko vom Zentrum für Analyse des internationalen Waffenhandels kommen bis zu 1000 Hubschrauber bis 2020 infrage. „Im Unterschied zu vielen anderen Aspekten des Rüstungsauftrags wird das Hubschrauber-Programm vollständig erfüllt“, betonte er.

    In Bezug auf die Ausschreibung in Indien sagte der Experte, die Situation sollte nicht über Gebühr dramatisiert werden: „Indien diversifiziert in letzter Zeit seinen Waffenimport, was die Konkurrenz auf diesem Markt verschärft.“ Außerdem bleibe Neu-Delhi weiterhin größter Importeur russischer Waffen. So seien seit vier Jahren Waffen für vier Milliarden Dollar nach Indien geliefert worden, präzisierte er. Laut den jüngsten bilateralen Abkommen soll diese Summe in den kommenden Jahren 15 Milliarden Dollar erreichen.

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