01:48 30 September 2016
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Libyen: Weiteres Massengrab von Gaddafi-Anhängern in Sirte entdeckt

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In Gaddafis Heimatstadt Sirte ist ein weiteres Massengrad von Anhängern des getöteten libyschen Machthabers gefunden worden. Insgesamt 267 Leichen wurden entdeckt, die meisten waren offenbar durch Kopfschuss hingerichtet worden, wie Fox News unter Berufung auf das Rote Kreuz berichtet.

In Gaddafis Heimatstadt Sirte ist ein weiteres Massengrad von Anhängern des getöteten libyschen Machthabers  gefunden worden. Insgesamt 267 Leichen wurden entdeckt, die meisten waren offenbar durch Kopfschuss hingerichtet worden, wie Fox News unter Berufung auf das Rote Kreuz berichtet.

Der libysche Übergangsrat versprach, die Umstände der Massenhinrichtung zu klären und die Schuldigen zu bestrafen.

Dies ist bereits der zweite grausame Fund in Sirte seit der Eroberung der Stadt durch die Rebellenkräfte. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) waren 53 Gaddafi-Anhänger am Sonntag in einem Hotel in Sirte tot aufgefunden worden. Laut Experten waren sie alle zwischen dem 14. und 19. Oktober erschossen worden. Viele der Leichen, die schon zu verwesen begannen, waren an den Händen gefesselt, wie HRW-Krisendirektor Peter Bouckaert informierte.

Das Hotel liegt in dem Stadtteil, der schon Anfang Oktober von den Kämpfern des Nationalen Übergangsrates erobert worden war.

In Libyen waren im Februar Proteste gegen den langjährigen Herrscher Muammar al-Gaddafi ausgebrochen, die dann in einen Krieg zwischen den Aufständischen und den Regierungstruppen auswuchsen. Bis Mitte Oktober konnten die Rebellen mit Hilfe der Nato das gesamte Land einschließlich der Hauptstadt Tripolis unter ihre Kontrolle bringen.

Der gestützte Muammar al-Gaddafi, der seit August auf der Flucht war, war am 20. Oktober in seiner Heimatstadt Sirte von Rebellen gefasst und unter ungeklärten Umständen getötet worden.

Gaddafi überlebende Angehörige machten die Nato für die Tötung des Langzeitherrschers verantwortlich und kündigten eine Klage wegen Kriegsververechen beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag an.

Die Nato hatte seit März Ziele im Libyen bombardiert und den Rebellen zu Gaddafis Sturz verholfen. Kurz vor Gaddafis Gefangennahme bombardierten französische Kampfflugzeuge seine Wagenkolonne.

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