19:35 24 November 2017
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    Raketenabwehr-Streit: Verhandlungen festgefahren – "Nesawissimaja Gaseta"

    © Sputnik/ Mikhail Fomichew
    Politik
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    US-Raketenabwehr rund um Russland (623)
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    Die russisch-amerikanischen Raketenabwehr-Verhandlungen sind in eine Sackgasse geraten, müssen aber fortgesetzt werden, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

    Die russisch-amerikanischen Raketenabwehr-Verhandlungen sind in eine Sackgasse geraten, müssen aber fortgesetzt werden, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

    Das kann aus der jüngsten Aussage des russischen Nato-Botschafters Dmitri Rogosin geschlossen werden, der zu den Unterhändlern der Raketenabwehrkonsultationen gehört.

    Knackpunkt ist weiter Washingtons Weigerung, vertraglich zu garantieren, dass die Raketenabwehr nicht gegen Russland gerichtet ist. Die für Rüstungs- und Sicherheitsfragen zuständige US-Vizeaußenministerin Ellen Tauscher hatte Mitte Oktober bekannt gegeben, Russland könne „schriftliche Garantien“ bekommen, doch keine entsprechenden Verträge.

    In der US-Militärdoktrin für das 21. Jahrhundert spielt die Raketenabwehr eine enorm wichtige Rolle. Die europäische Raketenabwehr ist Teil des weltumspannenden Raketenschildes, der den Westen (vor allem die Nato-Länder) vor jeglichen militärischen, wirtschaftlichen und politischen Gefahren schützen soll.

    Zu den Aufgaben der Raketenabwehr gehört auch die so genannte „Vorbeugung durch Erpressung“, damit die Nato-Länder nicht anderweitig unter Druck gesetzt werden können (beispielsweise durch die Einstellung von Gaslieferungen usw.).

    Experten finden, dass die Vorbeugungsfunktion eine der wichtigsten Aufgaben für den künftigen Raketenschild werden könnte.

    So warnte der russische Öl- und Gasexperte Alexej Kantorowitsch, vor einem Ressourcenmangel, wenn man die ständig wachsende Weltbevölkerung bedenkt. In der Zukunft könnte es zu vielen Konflikten kommen.

    Die Raketenabwehr-Anhänger verweisen darauf, dass Krisen frühzeitig gelöst werden könnten, weil potenzielle Nato-Feinde Abstand vor Raketenangriffen zurückschrecken würden. 

    Außerdem könnte die Nato dank der Raketenabwehr ihre Kräfte bei „Interventionen zur Wiederherstellung der Weltordnung“ bündeln. Zu diesem Zweck wäre zwar die Zustimmung des UN-Sicherheitsrats erforderlich, doch der Schutzschild würde die Atomwaffen-Staaten eindämmen und andere davor abschrecken, eigene Kernwaffen zu entwickeln.

    Welche Folgen hat die künftige US-Raketenabwehr für Russland? Obamas Raketenabwehrplan ist Experten zufolge viel umfassender und anspruchsvoller als der von seinem Vorgänger George W. Bush. Im Unterschied zu Bush geht Obama von konkreten Gefahren aus, die bis 2020 entstehen könnten.

    Deshalb muss Russland seine Militärdoktrin neu überdenken. Im Grunde würde das aber bedeuten, dass die Seiten eine neue Runde des Wettrüstens akzeptieren, die negative Folgen für Russlands Wirtschaft hätte.

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