02:54 22 November 2017
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    Oberster Amtsarzt Onischtschenko will georgische Weine nach Russland zurückholen

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    Russlands oberster Amtsarzt Gennadi Onischtschenko will nach einem fünfjährigen Importverbot georgische Weine zurück nach Russland holen.

    Russlands oberster Amtsarzt Gennadi Onischtschenko will nach einem fünfjährigen Importverbot georgische Weine zurück nach Russland holen.

    Die (von ihm geleitete) russische Verbraucherschutzbehörde werde mit georgischen Winzern arbeiten, die bereit seien, den russischen Markt nach fünfjähriger Pause trotz Erklärungen ranghoher georgischer Politiker wieder zu erschließen. Das sagte Onischtschenko am Donnerstag in einem RIA-Novosti-Gespräch in Moskau.

    Russland hatte im Frühjahr 2006 die Einfuhr von Weinen und Weinbrand aus Georgien aus Gesundheitsgründen untersagt. In mehreren Proben seien Schwermetalle und Pestizide nachgewiesen worden, hieß es offiziell zur Begründung. In letzter Zeit versuchen mehrere Winzer in Georgien, Genehmigungen für den Export ihrer Produkte nach Russland durchzusetzen, finden aber keine Unterstützung seitens der Behörden.

    Am Mittwoch wurde nach Angaben georgischer Medien der Chef des Departements Rebe und Wein entlassen, weil Präsident Michail Saakaschwili mit seiner Arbeit zur Erschließung internationaler Märkte für georgische Weine und Weinbrand unzufrieden war. Dabei wurde Saakaschwili mit den Worten zitiert, dass das "Problem der Lieferung georgischer Erzeugnisse auf den russischen Markt nicht von diesem Wahnsinnigen Onischtschenko abhängen soll".

    "Zu den Erklärungen des Menschen, der das höchste Amt in Georgien inne hat, darf ich mich als Arzt, der den Hippokratischen Eid geschworen hatte, nicht äußern", fuhr Onischtschenko fort. "Ich fühle mich auch nicht beleidigt." Dabei äußerte der Amtsarzt Zweifel daran, dass der georgische Präsident adäquat in seinem Handeln ist, und erinnerte an die berühmte Geschichte mit Saakaschwilis Schlips: Während des Südossetien-Kriegs im August 2008 hatten TV-Bilder weltweit Schlagzeilen gemacht, auf denen Saakaschwili am Schreibtisch sitzend in der rechten Hand einen Telefonhörer und in der linken seine rote Krawatte hält, auf der er nervös herumkaut.

    "Ich behalte mir das Recht vor, Betriebe persönlich zu inspizieren, die nach Russland exportieren wollen. Aber es wäre noch verfrüht, davon zu sprechen", sagte der oberste Amtsarzt.

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