22:20 20 November 2017
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    Islamisten gewinnen Wahl in Tunesien – Proteste in Sidi Bouzid

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    Ausnahmezustand in Tunesien verhängt (53)
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    Die islamistische Ennahda-Partei hat bei den ersten freien Wahlen in Tunesien gewonnen. Die Bewegung um Rachid Ghannouchi erhält nach dem in der Nacht zum Freitag veröffentlichten amtlichen Endergebnis 90 von 217 Sitzen in der Verfassungsgebenden Versammlung.

    Die islamistische Ennahda-Partei hat bei den ersten freien Wahlen in Tunesien gewonnen. Die Bewegung um Rachid Ghannouchi  erhält nach dem in der Nacht zum Freitag veröffentlichten amtlichen Endergebnis 90 von 217 Sitzen in der Verfassungsgebenden Versammlung.

    Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf das tunesische Zentralkomitee meldet, kam der Kongress für die Republik (CPR) mit 30 Sitzen auf den zweiten Platz.

    Doch die Veröffentlichung der Wahlergebnisse wurde nach Angaben der Nachrichtenagentur France Presse von gewaltsamen Ausschreitungen in der Stadt Sidi Bouzid, dem Verwaltungszentrum der gleichnamigen Provinz, überschattet. Etwa 2000 Demonstranten lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei und setzten mehrere Gebäude, darunter das Parteibüro von Ennahda, in Brand.

    Hintergrund der Ausschreitungen war laut Reuters die Ausschließung einiger Kandidaten der Partei „Popular List“ wegen Unregelmäßigkeiten bei der Finanzierung der Wahlkampagne. Die Partei kommt somit Medienberichten zufolge nur auf 19 Mandate und den vierten Platz.

    Die Verfassungsgebende Versammlung soll nun eine neue Verfassung erarbeiten, die gesetzgebenden und ausführenden Gremien bilden sowie einen stellvertretenden Staatschef bestimmen und eine Übergangsregierung bilden.

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