16:19 20 November 2017
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    Saif al-Islam, Sohn des ermordeten libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi

    Gaddafi-Sohn Saif al-Islam nach Niger geflüchtet?

    © RIA Novosti.
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    Saif al-Islam, Sohn des ermordeten libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi, hat sich aus Libyen in den Nachbarstaat Niger abgesetzt, meldet Reuters unter Berufung auf eine Quelle im libyschen Nationalen Übergangsrat.

    Saif al-Islam, Sohn des ermordeten libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi, hat sich aus Libyen in den Nachbarstaat Niger abgesetzt, meldet Reuters unter Berufung auf eine Quelle im libyschen Nationalen Übergangsrat.

    Saif al-Islam hätte Libyen aus Furcht um sein Leben verlassen, wolle sich jedoch dem Internationalen Strafgerichtshof in den Haag freiwillig stellen, hieß es. Mit Mali, der Republik Südafrika sowie einem der an Libyen angrenzenden Länder würden Gespräche um eine Auslieferung von Gaddafi jun. geführt.

    Vor zwei Tagen hatten Vertreter des Übergangsrates mitgeteilt, Saif al-Islam wolle sich freiwillig dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag stellen, der ihn zur Fahndung ausgeschrieben hatte.

    Saif al-Islam selbst hatte jedoch im Gegenteil am 26. Oktober auf dem Nachrichtenportal „Al-Rai Al-Arabi“ die Anhänger des früheren libyschen Regimes zur Fortsetzung des Kampfes aufgerufen.

    Anfang September waren einige Gaddafi-treue hochrangige libysche Beamte und Gaddafi-Sohn Saadi, nach Niger ausgereist.  Die Regierung des westafrikanischen Staats gewährte ihnen aus humanitären Gründen Asyl und verweigert jetzt die Auslieferung von Saadi an die neuen libyschen Behörden mit der Begründung, Saadi solle das „Recht auf eine unvoreingenommene Verteidigung“ sowie auf eine „gerechte Behandlung“ bekommen.

    Laut der Freitag-Ausgabe der russischen „Nesawissimaja Gaseta“ droht Saif al-Islam ein Prozess wegen mutmaßlicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Früher als Wohltäter und Befürworter liberaler Reformen in Libyen bekannt, hatte er sich nach Ausbruch des Aufstandes entscheiden auf die Seite seines Vaters gestellt. Al-Islam steht unter Verdacht, zusammen mit Muammar Gaddafi und mehreren seiner Brüder den Befehl zum Niederschlagen der Proteste gegeben zu haben und für Morde an Zivilisten verantwortlich zu sein. Wegen des internationalen Haftbefehls kann Saif al-Islam im Gegensatz zu seinen Geschwistern kein Asyl in den benachbarten Staaten bekommen.

    Saif al-Islam stehe unter der starken Einwirkung des im Fernsehen gezeigten Videos der Tötung des entmachteten libyschen Staatschefs, betont die Zeitung. Er habe kein Vertrauen zum Übergangsrat und wolle, dass eine dritte Seite an dem Auslieferungsgeschäft teilnehme,  die ein Flugzeug schicken und seine Auslieferung an Den Haag organisieren würde, so die Zeitung. Gemeinsam mit ihm wolle sich angeblich auch der frühere libysche Aufklärungschef, Abdullah as-Senussi, stellen.

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