03:49 21 November 2017
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    Vorladung ignoriert: Ermittler drohen Luschkow mit Interpol

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    Moskauer Ex-Bürgermeister Juri Luschkow (56)
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    Das Ermittlungsamt des russischen Innenministeriums hat am Freitag den ehemaligen Moskauer Oberbürgermeister Juri Luschkow und seine Gattin Jelena Baturina gemahnt, gegen sie die vom Gesetz vorgesehenen Maßnahmen zu treffen, sollten sie den Vorladungen zur Vernehmung weiterhin nicht Folge leisten.

    Das Ermittlungsamt des russischen Innenministeriums hat am Freitag den ehemaligen Moskauer Oberbürgermeister Juri Luschkow und seine Gattin Jelena Baturina gemahnt, gegen sie die vom Gesetz vorgesehenen Maßnahmen zu treffen, sollten sie den Vorladungen zur Vernehmung weiterhin nicht Folge leisten.

    Luschkow hätte am heutigen Freitag zu einer Vernehmung als Zeuge in einem Strafverfahren erscheinen sollen, das im Zusammenhang mit Unterschlagungen in der Bank Moskwy eingeleitet wurde.

    Zugleich räumt die Behörde ein, dass Luschkow den Ermittlungsbeamten brieflich darüber informiert hatte, dass dieser nicht zu dem Termin erscheinen könne, weil er sich momentan im Ausland aufhalte. In diesem Zusammenhang wurde die Vernehmung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

    Laut der Mitteilung hatte Baturina bereits mehrere Vorladungen zur Vernehmungen als Zeugin erhalten. Auch von Baturinas Unternehmen Inteco erhielt jedoch die Behörde die Antwort, sie halte sich außerhalb Russlands auf.

    „Bei weiterem Nichterscheinen von Baturina… werden erschöpfende Maßnahmen zur Durchführung der erforderlichen Ermittlungsaktionen mit ihrer Teilnahme ergriffen, darunter auch unter Anwendung von Interpol-Möglichkeiten“, teilt das Ermittlungsamt mit. „Notfalls werden die Justizorgane Russlands gezwungen sein, die zuständigen Behörden Großbritanniens bzw. Österreichs um Rechtshilfe zu bitten.“

    Ende 2010 waren gegen den Ex-Präsidenten der Bank Moskwy, Andrej Borodin, und seinen   Vize Dmitri Akulin ein Strafverfahren wegen mutmaßlicher Unterschlagung von Mitteln aus dem Moskauer Stadtetat in Höhe von 12,76 Milliarden Rubel (300 Millionen Euro) eingeleitet worden. Hinter den Betrugsgeschäften wird unter anderem die Firma Inteco vermutet.

    Luschkow selbst hatte zuvor erklärt, er führe die Vorladung zur Vernehmung auf sein jüngstes Interview für den Radiosender Swoboda zu politischen Themen zurück. In dem Interview hatte der Ex-Oberbürgermeister Russlands Staatsführung und die Kreml-Partei Geeintes Russland kritisiert.

    Am Montag teilte Luschkow RIA Novosti mit, er halte sich im Ausland auf, sei aber bereit, nach der Rückkehr nach Moskau Kontakte mit den Ermittlungsbeamten aufzunehmen.

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