12:04 24 November 2017
SNA Radio
    Politik

    Bevölkerungsschwund in Russland: 25 Millionen weniger Menschen bis 2050 - „RBC daily“

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 329 0 0

    Um das Jahr 2050 soll es in Russland 25 Millionen weniger Menschen geben, schreibt die Zeitung „RBC daily“ am Dienstag.

    1960 lag Russland auf Platz vier nach der Bevölkerungszahl. Im vergangenen Jahr rutschte Russland  mit 140 Millionen Einwohnern auf Platz neun ab. Falls sich die Prognose des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung sich bewahrheitet, wird Russland in 40 Jahren auf Platz 14 abrutschen.

    Laut den Verfassern des Berichts sind der Zerfall der Sowjetunion und die Instabilität in den 1990er Jahren der Hauptgrund für den Bevölkerungsrückgang. Die gefallene Lebenserwartung um fünf Jahre (von 68,9 auf 63,9 Jahre) und der Geburtenrückgang zu Anfang der 1990er Jahre haben die demografische Situation in Russland massiv beeinflusst. 1992 war die Todesrate erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg höher als die Geburtenrate.

    „Das Hauptproblem in Russland besteht in einer niedrigen Geburts- und einer relativ hohen Todesrate. Wir verlieren Hunderttausende Menschen im Jahr. Das Wichtigste ist, dass wir in den letzten Jahren viele Arbeitsfähige verlieren“, sagte Nikolai Petrow vom Moskauer Carnegie-Zentrum. Russland habe zwei Varianten – die Leistungsfähigkeit zu erhöhen oder die Einwanderung zu fördern, sagte Petrow.

    Ein Anstieg der Bevölkerung ist in Russland nur in den Autonomen Kreisen der Chanten und Mansen und der Jamal-Nenzen, im Gebiet Tjumen und in den Republiken Tywa und Altai zu erkennen. In diesen Regionen werden viele Geburten und eine überwiegend junge Bevölkerung verzeichnet.

    Während in Zentralrussland wegen der sinkenden Geburtenrate und Überalterung der Bevölkerung einen Bevölkerungsrückgang erkennbar ist, verlassen den Fernen Osten immer mehr Menschen. „Nach der Abschaffung der staatlichen Subventionen für die Einwohner Sibiriens wollen sehr wenig Russen in den Fabriken und Gruben östlich des Urals arbeiten“, heißt es in dem Bericht.

    Wie Roman Popow vom Moskauer Institut für Stadtökonomik betonte, ist dieser Trend nicht neu. „Der Föderationskreis Ferner Osten war in den 1990er Jahren das Zentrum der Auswanderung gewesen“, sagte Popow.

    Laut Sergej Smirnow von der Moskauer Wirtschaftshochschule geht Russland den gleichen demografischen Weg vieler Industrieländer.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren