14:00 21 Juli 2018
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    Rogosin: Eventuelle "Iskander"-Raketen in Kaliningrad nicht gegen Polen gerichtet

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    US-Raketenabwehr rund um Russland (623)
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    Die mögliche Stationierung von Flugabwehrraketen "Iskander" in der russischen Ostsee-Exklave Kaliningrad ist kein psychologisches Druckmittel auf Polen.

    Die mögliche Stationierung von Flugabwehrraketen "Iskander" in der russischen Ostsee-Exklave Kaliningrad ist kein psychologisches Druckmittel auf Polen.

    Das erklärte der russische NATO-Botschafter Dmitri Rogosin, Sondergesandter des russischen Präsidenten bei den Raketenabwehrverhandlungen, am Samstag im russischen Fernsehen. "Das stimmt nicht", sagte er auf die Frage des Moderators, ob Russland mit der möglichen Stationierung dieser Raketen Polen unter Druck setzen will.

    "Die polnische Führung hat sich selber zu einer Geisel gemacht. Ein beliebiges europäisches Land, das die Verantwortung für die Stationierung von US-Waffen übernimmt, macht sich selbst zur Geisel. Sie (die Länder) müssen sich darüber klar werden, das ist ihre Verantwortung."

    Rogosin teilte mit, dass das Radar und "Iskander"-Raketen, sollten sie in Kaliningrad stationiert werden, nicht nur Polen, sondern vor allem das Einzugsgebiet der Ostsee abdecken werden, wo die USA die Stationierung ihrer mit SM-3-Raketen ausgestatteten Schiffe planen.

    Am vergangenen Mittwoch hatte Russlands Präsident Dmitri Medwedew militär-technische und diplomatische Schritte Russlands als Antwort auf die Aufstellung einer europäischen Raketenabwehr bekannt gegeben. Einer davon ist die Stationierung von "Iskander"-Raketen im Gebiet Kaliningrad.

    Rogosin sagte ferner, dass die von Präsident Medwedew bezogene Position "absolut partnerschaftlich" ist und kein Wettrüsten provoziert. "Die USA hätten sich darüber im Klaren sein sollen, dass gerade sie es sind, die mit dem Ausbau ihrer strategischen Verteidigungssysteme das Wettrüsten provozieren. Wir werden aber ein solches Wettrüsten nicht zulassen", betonte der Diplomat.

    Zu den weiteren von Medwedew angekündigten Schritten zählen ein verstärkter Schutz russischer Objekte der strategischen Atomkräfte, die Ausstattung strategischer ballistischer Raketen mit neuartigen Komplexen zum Durchbrechen der Raketenabwehr und die Stationierung im Westen und im Süden Russlands moderner Angriffssysteme zur Zerstörung von Objekten der europäischen Raketenabwehr. Zugleich bekräftigte Medwedew die Bereitschaft Russlands zu Verhandlungen mit den USA und der NATO über die Lösung dieses heikelsten Problems in den Beziehungen zwischen Russland und dem Westen.

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