08:14 17 November 2019
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    Raketenabwehr: Medwedew weiht Radar in Kaliningrad ein – "Kommersant"

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    Russlands Präsident Dmitri Medwedew hat gestern eine neue Radaranlage des Typs Woronesch-DM im Gebiet Kaliningrad eingeweiht, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Mittwoch.

    Russlands Präsident Dmitri Medwedew hat gestern eine neue Radaranlage des Typs Woronesch-DM im Gebiet Kaliningrad eingeweiht, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Mittwoch.

    Der neue Radar kann bis zu 500 Objekte auf einer Entfernung von mehr als 6000 Kilometer orten, die in Richtung Russland fliegen, darunter Raketen und Marschflugkörper, egal ob sie vom Boden oder aus dem Wasser gestartet werden.

    Ein Vertreter des russichen Verteidigungsministeriums sagte bei der Präsentation des Radars, seine Entwicklung sei ein Ergebnis der „Modernisierungsbemühungen". Die neue Anlage sei bedeutend preiswerter (laut Quellen im Stab der Weltraumtruppen kostete sie schätzungsweise 1,5 Milliarden Rubel (1 Euro= ca. 42 Rubel)) und effizienter als die alten Modelle wie Dnepr und Darjal.

    So könne der neue Radar binnen 1,5 bis zwei Jahren statt fünf bzw. neun Jahren aufgestellt werden, präzisierte der Sprecher. Außerdem sei Woronesch-DM mit nur 23 statt 4000 Ortungsgeräten ausgerüstet. In Russland seien bereits zwei Radare des gleichen Typs in Betrieb – Woronesch-M in Lehtusi (Gebiet Leningrad) und Woronesch-DM in Armawir (Region Krasnodar).

    Die Aufgabe des Radars im Gebiet Kaliningrad ist die Überwachung des Raums westlich von den russischen Grenzen, der nach der Außerbetriebnahme der Anlagen in den ukrainischen Sewastopol (auf der Krim) und Mukatschowo (Westukraine) nicht abgedeckt war.

    Experten verbinden Medwedews Besuch in Kaliningrad mit seiner Erklärung, Russland würde wegen der geplanten US-Raketenabwehr in Osteuropa Raketen in der westlichen Exklave an der Ostsee aufstellen.

    „Ich rechne damit, dass unsere westlichen Partner unseren Schritt als erstes Signal für die Bereitschaft unseres Landes wahrnehmen, auf die Gefahren adäquat zu reagieren, die mit den westlichen Raketenabwehrsystemen verbunden sind“, betonte der Staatschef. „Wir können uns nicht mehr die Beteuerungen gefallen lassen, die europäische Raketenabwehr wäre nicht gegen Russland gerichtet. Diese Aussagen sichern uns leider nicht ab, dass unsere Interessen nicht verletzt werden. Sollten neue Schritte des Entgegenkommens erfolgen, dann nehmen wir bestimmt Rücksicht darauf. Mündliche Erklärungen sind aber nicht mehr ausreichend.“

    Darüber hinaus gab Medwedew zu verstehen, dass im Westen Russlands weitere Raketenanlagen aufgestellt werden könnten, falls der Westen „meine Erklärung vom 23. November nicht gehört haben sollte.“

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