02:33 20 August 2017
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    Protest-Demo in Moskau bald zu Ende - Lage ruhig (Zusammenfassung 17.30)

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    Die Protestdemonstration in Moskau geht nach Angaben der Polizei bald zu Ende.

    Die Protestdemonstration in Moskau geht nach Angaben der Polizei bald zu Ende.

    Wie ein Polizeisprecher mitteilte, befinden sich derzeit auf dem Bolotnaja-Platz im Zentrum Moskaus rund 15 000 Teilnehmer. "Menschen verlassen allmählich den Platz. Gegen 15.00 Uhr (12.00 Uhr MEZ) gab es etwa 25 000 Demonstranten", sagte er. Die Opposition sprach von etwa 100 000 Teilnehmern, die die Annullierung der Resultate der jüngsten Parlamentswahl und die Freilassung aller "politischen Gefangenen" forderten.

    Zum Ausklang der Aktion habe ein Unbekannter eine Rauchbombe in die Menschenmenge geschleudert. Die Organisatoren der Kundgebung hätten darauf die Menschen aufgerufen, sich nicht provozieren zu lassen und keine Knallkörper oder Rauchbomben zu zünden, hieß es. Ernsthafte Zusammenstöße wurden bislang nicht gemeldet.

    Die Uferstraße entlang dem Platz wurde für den Verkehr nicht einmal gesperrt. Allerdings musste eine Fußgängerbrücke von der Polizei vorübergehend gesperrt werden, weil die Behörden "Einsturzgefahr" vermuteten, da sich mehr als 1000 Menschen auf der Brücke gesammelt haben. Dem Ufer entlang patrouillieren Schnellboote des Zivilschutzes mit Rettungskräften an Bord, über dem Platz kreist ein Polizeihubschrauber.

    "Menschen, die sich auf dem Bolotnaja-Platz versammelt haben, protestieren nicht 'gegen etwas', sondern plädieren für ehrliche Wahlen, für Demokratie. Wir fordern eine unverzügliche Neuauszählung der Stimmen", sagte Ilja Ponomarjow von der Partei Gerechtes Russland.

    Als "politische Gefangene" bezeichnen die Organisatoren Menschen, die während der früheren Protestaktionen in verschiedenen Stadtteilen Moskaus festgenommen worden waren. In der Kundgebung sprachen bislang mehrere Politiker, Schriftsteller, Journalisten und Vertreter des öffentlichen Lebens, darunter Schriftsteller Boris Akunin, die Journalisten Oleg Kaschin und Leonid Parfjonow, die Chefin der St. Petersburger Abteilung von Gerechtes Russland, Oxana Dmitrijewa, und Oppositionspolitiker Boris Nemzow.

    Die Teilnehmer forderten, den Wahlleiter Wladimir Tschurow "wegen Wahlfälschungen" abzusetzen und sogar vor Gericht zu bringen. Der Forderung nach Tschurows Entlassung schloss sich auch Gennadi Gudkow von Gerechtes Russland an.

    Die Anhänger des Skandal-Autors Eduard Limonow, die sich bislang geweigert hatten, den Theaterplatz (einst Platz der Revolution) zu verlassen, wo die Kundgebung von den Behörden ausdrücklich verboten wurde, zogen sich unerwartet zurück, gingen aber nicht zum Bolotnaja-Platz. Zuvor hatten sie ihre Absicht bekundet, "nur auf dem Revolutionsplatz zu demonstrieren".

    Vertreter der Oppositionsparteien und einfache Bürger protestieren seit der Parlamentswahl vom 4. Dezember gegen die ihrer Meinung nach gefälschten Wahlergebnisse. Bei der Abstimmung erhielt die von Premier Wladimir Putin geführte Regierungspartei Geeintes Russland knapp 50 Prozent der Stimmen.

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