01:53 22 August 2017
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    Boris Nemzow (Archivbild)

    Experten verurteilen Lauschangriff auf Telefongespräche des oppositionellen Politikers Nemzow

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    Das russische Internetportal lifenews.ru hat Mitschnitte aus Telefongesprächen des oppositionellen Politikers Boris Nemzow veröffentlicht, in denen er sich äußerst negativ und in obszönen Ausdrücken über Gesinnungsgenossen äußert.

    Das russische Internetportal lifenews.ru hat Mitschnitte aus Telefongesprächen des oppositionellen Politikers Boris Nemzow veröffentlicht, in denen er sich äußerst negativ und in obszönen Ausdrücken über Gesinnungsgenossen äußert.

    Nemzow, Mitbegründer der Oppositionsbewegung “Solidarnost” und einer der Leiter der nicht registrierten Partei der Volksfreiheit (Parnas), warf dem Portal die Verletzung der Verfassung vor und versprach, dieses strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen.

    Gleichzeitig entschuldigte er sich bei allen, die sich durch seine abstoßenden Worte beleidigt fühlen. 

    Zugleich bezeichnete er die Veröffentlichung als einen Versuch, die für diesen Samstag angesetzte Kundgebung „Für faire Wahlen“ zum Scheitern zu bringen und die Opposition zu spalten. 

    Die Führung des Portals erklärte ihrerseits, sie sei bereit zu verantworten, werde aber als „professionelle Journalisten die Informationsquellen nicht preisgeben“.

    Die Veröffentlichung der Mitschnitte sei „eine offensichtliche Verletzung der journalistischen Ethik“, sagte der Vorsitzende des russischen Journalistenverbandes Wsewolod Bogdanow.

    Er verwies dabei auf den Abhörskandal um die zum Medienkonzern von Rupert Murdoch gehörende, inzwischen eingestellte britische Zeitung News Of  The World.

    „Der Grund der Empörung der Briten bestand darin, dass dabei versucht wurde, in die Privatsphäre einzudringen und von irgendwelchen Fragmenten aus dem privaten Bereich Gebrauch zu machen. Dass es Murdoch war, interessierte Briten am wenigsten – viel mehr waren sie dadurch aufgeregt, dass die Zeitung es für möglich fand, dies zu verwenden“, betonte Bogdanow.

    „Erstens ist es ein Verstoß gegen das Gesetz und zweitens ist es eine Verletzung der Verfassung“, sagt Jelena Selinskaja, Vizepräsidentin des russischen Medienverbandes "Media Sojus".

    „Nemzow ist kein Verbrecher, nach ihm wird nicht gefahndet – aus welchem Grund werden seine Gespräche abgehört?“ Das Abhören und Aufzeichnen der Telefongespräche setzt laut Selinskaja eine Genehmigung des Staatsanwalts voraus.

    Sie ist sicher, dass sowohl „Menschen, die dies veröffentlicht haben wie auch diejenigen, die dies in ihren Ausgaben weiter publizieren, die rechtliche Verantwortung dafür tragen müssen“.

    „Von Ehtik ist hier keine Rede – hier werden Gesetze unseres Landes verletzt“, betonte die Expertin.

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