22:37 22 August 2017
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    Keine drastischen Wandlungen in Nordkorea nach Kims Tod - Experten

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    Nordkoreas Staatschef Kim Jong Il gestorben (50)
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    Nach dem Tod des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il sind in naher Zukunft in der Außen- und Innenpolitik des Landes keine drastischen Wandlungen zu erwarten. Darin waren sich die Teilnehmer der Rundtisch-Konferenz „Die Entwicklung der Situation auf der Halbinsel Korea. Mögliche Szenarien“ einig, die am Dienstag bei RIA Novosti stattfand.

    Nach dem Tod des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il sind in naher Zukunft in der Außen- und Innenpolitik des Landes keine drastischen Wandlungen zu erwarten. Darin waren sich die Teilnehmer der Rundtisch-Konferenz „Die Entwicklung der Situation auf der Halbinsel Korea. Mögliche Szenarien“ einig, die am Dienstag bei RIA Novosti stattfand.

    Laut dem ehemaligen Vize-Außenminister und russischen Ex-Botschafter in Südkorea Georgi Kunadse, Mitarbeiter des Moskauer Institutes für Weltwirtschaft und Internationale Beziehungen (IMEMO), ist die Wahrscheinlichkeit eines Machtkampfes in einem Land, an dessen Spitze ein junger und unerfahrener Politiker tritt, äußerst gering. „Ich sehe keine (rivalisierenden) Gruppierungen innerhalb der nordkoreanischen Führungsspitze“, so Kunadse.

    Solange Kim Jong Un, Sohn und Nachfolger von Kim Jong Il, keine Erfahrungen gewonnen habe und kein selbständiger Politiker sei, werde er eher als ein Symbol, als ein Sinnbild der Macht auftreten, als das Land real regieren, sagte Kunadse. „Der junge Staatschef wird noch lange auf Ratschläge hören und dementsprechend handeln müssen.“ 

    Der Teststart einer nordkoreanischen Kurzstreckenrakete vom Montag sei eine einmalige Sache gewesen und kein Signal für eine aggressivere Politik von Pjöngjang, sagte Kunadse.

    Mit dem Experten stimmte Alexander Woronzow, der Leiter des Bereichs Korea und Mongolei des russischen Institutes für Orientkunde, überein. Ihm zufolge sind in nächster Zeit keine nennenswerten Änderungen in der Innen- und Außenpolitik Nordkoreas zu erwarten. Der Machtnachfolger werde höchstwahrscheinlich seine Treue zum Vermächtnis des Vaters und sein Festhalten an den Zielen demonstrieren, die in der Innen- und Außenpolitik konzipiert wurden.

    Die außenpolitischen Ereignisse der letzten Monate, beispielsweise in Libyen, wo die militärisch schwache Opposition mit Unterstützung der Nato den langjährigen Staatschef Muammar Gaddafi gestürzt habe, seien dem Zusammenschluss der politischen Elite Nordkoreas um den neuen Staatschef dienlich, schätzte Woronzow ein.

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