13:18 23 Oktober 2018
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    Neue Protestaktion in Moskau: Oppositionspolitiker unerwünscht - "Moskowski Komsomolez"

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    Die Veranstalter einer großen Protestaktion am kommenden Samstag in Moskau wollen keine Oppositionspolitiker auftreten lassen, schreibt die Zeitung "Moskowski Komsomolez" am Donnerstag.

    Die Veranstalter einer großen Protestaktion am kommenden Samstag in Moskau wollen keine Oppositionspolitiker auftreten lassen, schreibt die Zeitung "Moskowski Komsomolez" am Donnerstag.

    Wie Journalist Dmitri Bykow vom Organisationskomitee sagte, handelt es sich nicht um „eine politische, sondern vielmehr um eine stilistische und ästhetische Veranstaltung“, bei der auch ein Konzert auf einer großen Bühne stattfindet.

    Der Chef der Oppositionsbewegung Anderes Russland, Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow, forderte eine rein politische Demonstration. Das Wort sollte dabei nur den Politikern gehören, die die bei der Kundgebung am 10. Dezember initiierte Resolution gebilligt hatten. Auch der Kovorsitzende der nicht registrierten Partei für Volksfreiheit (russ. Abk.: PARNAS) und der Bewegung Solidarität, Boris Nemzow, bestand in den Sitzungen des Organisationskomitees auf politischen Forderungen, die bei der Aktion geäußert werden sollten.

    Laut Umfragen im Internet wollen aber die meisten Teilnehmer der Protestaktion keine Politiker auf der Bühne sehen.

    Der Direktor der Stiftung für Demokratie-Forschung, Maxim Grigorjew, vermutete, dass die Kontroversen unter den Organisatoren viele Menschen davon abhalten könnten, an der Aktion teilzunehmen. Selbst wenn am Samstag ziemlich viele Regierungsgegner kommen, würden sie politisch nichts bewegen können. „Wir wissen, was passiert, wenn Unzufriedenheit bei den Volksmassen herrscht. In den frühen 1990er Jahren versammelten sich Hunderttausende Menschen. Wir wissen auch, wie die Proteste in anderen Ländern abliefen. Die Demonstration auf dem Bolotnaja-Platz (am 10. Dezember) lässt sich nicht mit Aktionen in anderen Ländern, darunter in Europa, vergleichen“, so der Experte.

    Die Kundgebung am Samstag könnte den Startschuss für den Präsidentenwahlkampf 2012 geben. Sergej Mironow und Michail Prochorow sind bereits als Kandidaten registriert worden. Außerdem werden die beiden vom Organisationskomitee unterstützt. Für die Partei Gerechtes Russland nehmen die Dumaabgeordneten Gennadi Gudkow und Ilja Ponomarjow an der Veranstaltung teil. Besondere Beziehungen verbinden Mironow mit dem Enthüllungsblogger Alexej Nawalny. Dessen kritische Worte über Geeintes Russland als „Partei der Ganoven und Diebe“ verwendet Gerechtes Russland als Wahlkampfslogan.

    Milliardär Michail Prochorow genießt die Sympathie von PARNAS und Solidarität.

    In der Sitzung des Organisationskomitees am Montag wurde auch über die Gefahr von Unruhen und Randalen gesprochen. Sorge bereiten die Nationalisten, die sich der Veranstaltung anschließen könnten.

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