18:55 25 September 2017
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    Libyen: Hunderte Bewaffnete stürmen Sitz der Übergangsregierung in Bengasi

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    Wenige Monate nach der Etablierung der Übergangsregierung in Libyen haben bewaffnete Demonstranten am Samstag den Sitz der neuen Machthaber in der früheren Rebellenhochburg Bengasi gestürmt.

    Wenige Monate nach der Etablierung der Übergangsregierung in Libyen haben bewaffnete Demonstranten am Samstag den Sitz der neuen Machthaber in der früheren Rebellenhochburg Bengasi gestürmt.

    Bis zu 200 Männer drangen auf das Gelände der Regierungseinrichtung ein, wie die Agentur AP meldete. Mehrere Granaten explodierten.

    Zuvor hatten Hunderte Demonstranten vor dem Gebäude gegen die Politik der neuen Regierung protestiert. Der Protest richtete sich vor allem gegen das neue Wahlrecht, das laut den Demonstranten ohne eine öffentliche Diskussion eingeführt worden war. „Wir wollen keinen neuen Tyrannen“, sagte einer der Demonstranten. Nach seinen Worten unterscheiden sich die neuen Machthaber kaum von Ex-Herrscher Muammar al-Gaddafi und sprechen ebenso wie dieser die Sprache der Gewalt.

    Laut arabischen Medien waren insgesamt mehr als 3000 Menschen in Bengasi auf die Straße gegangen, um die Einführung des islamischen Rechtssystems Scharia zu fordern.

    In Libyen waren im vergangenen Jahr Proteste gegen den langjährigen Herrscher Muammar al-Gaddafi ausgebrochen, die dann in einen Krieg zwischen den Aufständischen und den Regierungstruppen auswuchsen. Bis Mitte Oktober konnten die Rebellen mit Hilfe der Nato das gesamte Land einschließlich der Hauptstadt Tripolis unter ihre Kontrolle bringen.

    Chronik des Libyen-Krieges in Bildern >>

    Der gestützte Muammar al-Gaddafi, der seit August auf der Flucht war, war am 20. Oktober in seiner Heimatstadt Sirte von Rebellen gefasst und unter ungeklärten Umständen getötet worden.

    Video: Gaddafis letzte Lebensminuten >>

    Die Macht übernahm der von den Rebellen aufgestellte Übergangsrat, der Ende Oktober den Universitätsdozenten Abdulrahim al-Kib zum vorläufigen Ministerpräsidenten wählte.

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