06:01 21 Januar 2018
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    Präsidentschaftswahlen in Russland: Umfragen sehen Putin vorne - „Kommersant“

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    Präsidentenwahl 2012 in Russland (264)
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    Einer landesweiten Umfrage zufolge würden 54,7 Prozent der Russen Wladimir Putin zum Präsidenten wählen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Einer landesweiten Umfrage zufolge würden 54,7 Prozent der Russen Wladimir Putin zum Präsidenten wählen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Kommunisten-Chef Gennadi Sjuganow  kann der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts WZIOM zufolge mit 9,2 Prozent, der Chef der Liberaldemokraten Wladimir Schirinowski mit acht Prozent, Michail Prochorow mit 5,8 Prozent und Sergej Mironow mit fünf Prozent rechnen. 8,1 Prozent der Befragten wollen ihre Stimme keinem der Kandidaten geben.

    Laut einer Umfrage der Stiftung Öffentliche Meinung (FOM) wird Putin von 50 Prozent der Wähler unterstützt. Für Sjuganow wollen neun Prozent, Schirinowski sieben Prozent, Prochorow vier Prozent und Mironow zwei Prozent der Wähler stimmen. Weitere 18 Prozent wissen noch nicht, wem sie ihre Stimme geben werden. Neun Prozent wollen überhaupt nicht in die Wahllokale gehen.

    Laut WZIOM-Chef Valeri Fjodorow könnten die Präsidentschaftskandidaten wegen der unschlüssigen Wähler noch mit mehr Stimmen rechnen. Viele der russischen Wähler werden eine Entscheidung treffen, wenn sie sich von den Kandidaten angesprochen fühlen. Putin hat seinen Wahlkampf intensiviert. Neben dem Regierungschef kann auch Prochorow neue Anhänger bekommen, weil er ein neues Gesicht ist.

    Putin locke vor allem die passive Wählerschaft an, die immer noch nicht weiß, für wen sie ihre Stimme abgeben könnte, sagte Alexander Oslon, Direktor der Stiftung Öffentliche Meinung. „Putin ist nicht einfach mehrere Jahre an der Macht, er hat im Laufe von mehreren Jahren seine Handlungsfähigkeit bestätigt. Das ist das Hauptkriterium, nach dem die Wähler einen Politiker einschätzen“, sagte Oslon. Nach Angaben der Stiftung werden für Putin vor allem Frauen, Ältere und diejenigen abstimmen, die nicht mehr als 500 Euro verdienen.

    „Angesichts der weniger überzeugenden Kampagnen der anderen Kandidaten kann er vielleicht die Wähler an sich binden“, sagte Andrej Milechin, Präsident der Forschungsholding Romir Monitoring.

    „Um Putins Wählerschaft wird sich intensiv gekümmert“, sagte Alexej Graschdankin, der stellvertretende Direktor des Meinungsforschungsinstituts Lewada-Zentrum. „Horror-Geschichten sind Wahlkampftaktik“. Die Wähler werden mit den 1990er Jahren, einer Orangen Revolution und dem zunehmenden ausländischen Einfluss Angst gemacht, wodurch sie mobilisiert werden.

    Die Oppositionspolitiker sind davon überzeugt, dass es sich bei den Umfragen um einen politischen Auftrag handelt, mit dem die öffentliche Meinung auf Putins Sieg in der ersten Wahlrunde vorbereitet wird.

    „Für alle, die sich in Russland mit Politik befassen, ist klar, dass die größten Meinungsforschungsinstitute mit den Behörden direkt in Verbindung stehen, von ihnen abhängen und in ihrem Interesse arbeiten“, sagte Alexej Ostrowski. Die Soziologen bilden die öffentliche Meinung, damit Putins Sieg in der ersten Wahlrunde kein Argwohn hervorruft. Der Duma-Abgeordnete der Partei Gerechtes Russland, Anton Beljakow, teilt diese Meinung. Eine zweite Wahlrunde sei nicht ausgeschlossen. Die Soziologen geben überhöhte Prognosen ab, wie es bei den Parlamentswahlen mit Geeintes Russland der Fall gewesen sei, so Beljakow.

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