02:01 19 August 2017
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    Irritationen um Panzer-Deals: Rogosin spricht Machtwort - „Nowyje Iswestija“

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    Entgegen anders lautenden Ankündigungen will das russische Verteidigungsministerium nun doch heimische Panzerwagen anschaffen, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Montag.

    Entgegen anders lautenden Ankündigungen will das russische Verteidigungsministerium nun doch heimische Panzerwagen anschaffen, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Montag.

    Dies teilte der stellvertretende Verteidigungsminister Alexander Suchorukow am Sonntag mit. Die Äußerung erfolgte kurz nachdem Vizepremier Dmitri Rogosin Generalstabschef Nikolai Makarow widersprochen hatte, dass die russische Armee in den kommenden fünf Jahren keine heimischen Panzer anschaffen werde, weil sie veraltet und zu kostspielig seien. Makarow sprach dabei unter anderem vom Schützenpanzer des Typs BMP-3 und dessen modernisierter Version BMD-4.

    Wie General Makarow damals sagte, sollen stattdessen italienische Iveco-Panzerwagen erworben werden. Die Russische Armee wollte zudem auf die neuesten Panzer des Typs T-90 verzichten, weil sie Makarow zufolge ungenügend Schutz gegen Minen bieten.

    Das sieht Rogosin offenbar anders und erinnerte daran, dass der Generalstabschef nicht die einzige Person ist, die über Waffenkäufe entscheide. Rogosin traf sich am Samstag mit russischen  Maschinenbauern und gab zu verstehen, wen er in diesem Streit unterstützt. Das Verteidigungsministerium gab nach und erklärte sich bereit, nicht nur neue Panzerwagen, sondern auch den Schützenpanzer des Typs BMP-3 zu erwerben.

    Die Umrüstung der Armee ist ein wichtiges Wahlkampfthema in Russland. Den Russen soll gezeigt werden, dass das Land stärker und mächtiger geworden ist. Laut Rogosin werden die russischen Rüstungsunternehmen in diesem Jahr die Aufträge im Wert von rund 22,5 Milliarden Euro bekommen (das sind fast 80 Prozent mehr als vor zwei Jahren). Insgesamt sollen bis 2020 rund 575 Milliarden Euro für die Entwicklung der russischen Streitkräfte ausgegeben werden, darunter etwa 75 Milliarden Euro für die Modernisierung der Rüstungsindustrie. Dieses Programm soll am Mittwoch in der Regierung besprochen werden.

    Zwar gibt es Geld für die Armee, jedoch keine Industrie, die den heutigen Anforderungen des Militärs entspricht.

    Laut Ruslan Puchow, Direktor des Zentrums für Analyse der Strategien und Technologien, hat das russische Militär den Schwerpunkt auf die Modernisierung der bereits vorhandenen Schützenpanzerwagen und die Entwicklung aussichtsreicher Modelle gelegt, darunter des Panzers Amata. Im Dienst stehen bereits 10.000 Panzer, was den Militärs zufolge absolut ausreicht. Für die Umrüstung seien neue Modelle erforderlich, sagte Puchow. Die Aufträge sollen bereits jetzt vergeben werden, auch wenn es um Rüstungen geht, die den heutigen Ansprüchen nicht mehr genügen.. Neuen Wind soll der frühere Nato-Botschafter Rogosin hineinbringen, der sowohl von der einflussreichen Rüstungslobby  als auch von Wladimir Putin unterstützt werde, sagte Puchow.