23:24 23 August 2017
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    Poker um Irans Atomprogramm geht weiter - "Moskowskije Nowosti"

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    Atomstreit mit Iran (1447)
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    Kaum hatte der Westen Optimismus auf neue Atomverhandlungen mit dem Iran versprüht, vermeldete Teheran neue Erfolge bei der Urananreicherung, schreibt die Zeitung "Moskowskije Nowosti" am Montag.

    Kaum hatte der Westen Optimismus auf neue Atomverhandlungen mit dem Iran versprüht, vermeldete Teheran neue Erfolge bei der Urananreicherung, schreibt die Zeitung "Moskowskije Nowosti" am Montag.

    Laut einem IAEA-Vertreter hat der Iran mehrere Tausende Zentrifugen für die Urananreicherung gebaut.

    Dabei hatte der iranische Atom-Unterhändler Said Dschalili erst Ende vergangener Woche in einem Brief an die EU-Außenministerin Catherine Ashton Teherans Bereitschaft zu einem umfassenden Dialog mit den Europäern geäußert. Die vorerst letzte Runde der Sechser-Verhandlungen über Irans Atomprogramm hatte Ende Januar in Istanbul stattgefunden, war allerdings erfolglos geblieben.

    Ashton begrüßte Irans „potenzielle Bereitschaft“ zur Wiederaufnahme der Sechsergespräche. Dschalilis Schreiben sei „ein wichtiger Schritt, auf den wir lange gewartet hatten“, sagte sie auf einer Pressekonferenz mit US-Außenministerin Hillary Clinton. „Wenn die Verhandlungen fortgesetzt werden, dann müssen wir uns langfristig anstrengen, damit sie Erfolg haben“, unterstrich Clinton ihrerseits. Westliche Medien vermuteten, Dschalilis Entgegenkommen wäre eine Antwort auf die Sanktionen gewesen, die für die iranische Wirtschaft sehr schmerzhaft seien. Möglich wäre aber auch, dass Teheran dadurch Zeit gewinnen wolle.

    In Tel Aviv zeigte man sich dagegen eher pessimistisch: Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak forderte die Weltgemeinschaft zu weiteren Sanktionen gegen den Iran auf. Der israelische Generalstabschef Benny Gantz erklärte gestern, dass man notfalls selbst über Präventivschläge gegen iranische Atomobjekte entscheiden werde. Am Vortag hatte US-Generalstabschef Martin Dempsey, gesagt, es wäre derzeit „unvernünftig“, den Iran anzugreifen.

    Neue Informationen über Teherans Aktivitäten im Atombereich könnten nach der für diese Woche geplanten Iran-Reise einer IAEA-Delegation erscheinen. IAEA-Experten hatten bereits im Januar die Islamische Republik besucht, dennoch wurden ihnen der Zugang zu mehreren Atomobjekten verweigert.

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