23:19 23 August 2017
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    Iran droht Deutschland mit Öl-Lieferstopp

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    Atomstreit mit Iran (1447)
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    Der Iran, der bereits seine Öllieferungen an Großbritannien und Frankreich gestoppt hat, droht nun Deutschland und fünf weiteren europäischen Staaten, noch vor dem Inkrafttreten des EU-Embargos am 1. Juli den Ölhahn zuzudrehen.

    Der Iran, der bereits seine Öllieferungen an Großbritannien und Frankreich gestoppt hat, droht nun Deutschland und fünf weiteren europäischen Staaten, noch vor dem Inkrafttreten des EU-Embargos am 1. Juli den Ölhahn zuzudrehen.

    Die neuen Sanktionen könnten Deutschland, Spanien, Italien, Griechenland, Portugal und die Niederlande betreffen, wenn Europa weitere Schritte gegen Teheran unternähme, sagte Ahmad Qalehbani, Chef des iranischen Ölkonzerns NIOC, nach Angaben der Agentur AFP.

    Am Sonntag hatte Teheran britische und französische Unternehmen ultimativ aufgefordert, zwei- bis fünfjährige Verträge abzuschließen. Anderenfalls würden diese kein Erdöl aus dem Iran mehr bekommen. Das französische Außenministerium ließ daraufhin wissen, Frankreich habe bereits selber den Ölimport aus dem Iran eingestellt.

    Nach Angaben der EU-Kommission hat die Europäische Union genug Ölreserven, um viereinhalb Jahre ohne iranisches Öl auszukommen. Selbst wenn keine anderen Lieferanten für den Iran einspringen würden, würden die Ölvorräte ausreichen, um den Lieferausfall im Laufe von 4,5 Jahren auszugleichen, sagte EU-Kommissionssprecherin Marlene Holzner zu RIA Novosti. Der Anteil der iranischen Lieferungen an den gesamten Ölimporten beträgt ihr zufolge 5,8 Prozent.

    Nach Angaben der Agentur Reuters reduzieren auch chinesische Ölfirmen ihre Ölimporte aus dem Iran. Laut einer Vereinbarung zwischen dem Iran und China kauft die Zhuhai Zhenrong Corp. in diesem Jahr 240 000 Barrel pro Tag, was den Importmengen von 2011 entspricht. Die Ölfirma Unipec, die im vergangenen Jahr  rund 260 000 Barrel pro Tag importierte, will die Einkäufe etwas kürzen.

    Der Iran steht bei der Weltgemeinschaft im Verdacht, unter dem Deckmantel seines zivilen Nuklearprogramms Atomwaffen zu bauen. Der UN-Sicherheitsrat hat bereits mehrere Sanktionen verabschiedet. Die Regierung in Teheran beteuert den friedlichen Charakter ihrer Atomaktivitäten. Parallel dazu versuchen Russland, die USA, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland, den Iran auf dem Verhandlungsweg von der Uran-Anreicherung abzubringen.

    Am 23. Januar einigten sich die EU-Außenminister ein Öl-Embargo, um den Iran zum Einlenken im Atomstreit zu zwingen. Das Verbot tritt am 1. Juli in Kraft. Auf Griechenland, Italien und Spanien entfallen rund 68 Prozent der europäischen Ölimporte aus dem Iran. Der Anteil der iranischen Lieferungen am Ölverbrauch Griechenlands liegt bei 35 Prozent. Nach Angaben der Zeitung Financial Times haben die EU-Staaten 2011 im Schnitt 600 000 Barrel iranisches Öl am Tag bezogen.

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