07:17 15 August 2018
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    Putin warnt vor katastrophalen Folgen von Militärschlag gegen Iran

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    Wladimir Putins außerpolitischer Beitrag in Moskowskije Nowosti (15)
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    Russlands Regierungschef und Präsidentenkandidat Wladimir Putin hat vor katastrophalen Folgen eines eventuellen Militärschlags gegen den Iran gewarnt.

    Russlands Regierungschef und Präsidentenkandidat Wladimir Putin hat vor katastrophalen Folgen eines eventuellen Militärschlags gegen den Iran gewarnt.

    „Ich bin davon überzeugt, dass das Problem ausschließlich mit friedlichen Mitteln zu lösen ist“, betont der Premier in seinem Beitrag der Tageszeitung „Moskowskije Nowosti“ (Montagausgabe). „Wir schlagen vor, das Recht des Iran auf die zivile Nutzung von Atomkraft anzuerkennen, darunter auch auf Urananreicherung. Aber die gesamten Aktivitäten sollten dann von der (Internationalen Atomenergiebehörde) IAEO zuverlässig und umfassend kontrolliert werden. Falls das klappt, sollten alle gegen den Iran gültigen Sanktionen aufgehoben werden, einschließlich der einseitigen.“ Der Westen habe in letzter Zeit zu oft einzelne Länder „bestraft“. Bei der ersten Gelegenheit greife er zum Sanktions- oder sogar zum militärischen Knüppel. Es sei daran erinnert, dass die Welt jetzt nicht im 19. und nicht im 20. Jahrhundert sei.

    Ebenfalls ernsthaft sei die Situation um das (nord-)koreanische Atomproblem. „Der atomare Status der KDVR ist für uns unannehmbar. Wir plädieren unbeirrt für eine Denuklearisierung der Koreanischen Halbinsel, und zwar ausschließlich mit politischen und diplomatischen Mitteln. Wir rufen zu einer schnellstmöglichen Wiederaufnahme der Sechsergespräche (zu Nordkorea) auf“, heißt es in dem Beitrag.

    Allem Anschein nach werde dieses Herangehen nicht von allen Partnern Russlands geteilt. Putin warnt ferner vor Versuchen, den neuen KDVR-Führer einer Festigkeitsprobe zu unterziehen. „Wir werden einen aktiven Dialog mit der Führung dieses Landes fortsetzen, gutnachbarliche Beziehungen entwickeln und Pjöngjang schrittweise zur Lösung des Atomproblems bewegen.“

    Putin schließt nicht aus, dass eine grobe oder nicht selten gewaltsame Einmischung in die inneren Angelegenheiten von Ländern autoritäre Regimes (und nicht nur autoritäre) stimulieren kann, in den Besitz von Atomwaffen zu gelangen. Mit einer Atombombe in der Tasche sei man besser gegen andere geschützt. „Ob es uns gefällt oder nicht, müsste man die Tatsache anerkennen, dass eine Einmischung von außen zu einem solchen Gedankengang veranlassen kann“, schreibt Putin. Eben deshalb werde die Zahl der so genannten Schwellenländer, die bereits von heute auf morgen über militärische Atomtechnologien verfügen könnten, immer größer. Unter diesen Bedingungen komme der Schaffung von atomwaffenfreien Zonen in verschiedenen Teilen der Welt eine extrem große Bedeutung zu.

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