17:07 19 Februar 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    Von
    Anschlag auf Putin vereitelt (14)
    0 0 0
    Abonnieren

    Sechs Tage vor der russischen Präsidentenwahl hat das Staatsfernsehen über ein vereiteltes Attentat auf Kandidat und Regierungschef Wladimir Putin berichtet. Die Nachricht sorgte für Wirbel in den Medien: Bei der Wahl am 4. März gilt Putin als haushoher Favorit.

    Sechs Tage vor der russischen Präsidentenwahl hat der staatliche Erste Kanal über ein vereiteltes Attentat auf Kandidat und Regierungschef Wladimir Putin berichtet. Die Nachricht sorgte für Wirbel in den Medien: Bei der Wahl am 4. März gilt Putin als haushoher Favorit.

    Dem TV-Bericht zufolge wurden die mutmaßlichen Terroristen bereits Anfang Februar in der Ukraine festgenommen. Der russische Geheimdienst FSO, der für die Sicherheit des Präsidenten und der Regierungsvertreter zuständig ist, bestätigte diese Information. Putin selbst hält sich mit Kommentaren zurück. Der stellvertretende Generaldirektor des Ersten Kanals, Kirill Klejmenow, informierte seinerseits, dass an dem TV-Bericht zehn Tage lang gearbeitet worden sei.

    Terroristen in Odessa gefasst

    Am Montag berichtete das russische Fernsehen, dass die Geheimdienste von Russland und der Ukraine drei Männer festgenommen haben, die bereits wegen anderer Verbrechen auf der internationalen Fahndungsliste gestanden haben. Diese gaben öffentlich zu, vom tschetschenischen Terroristenchefs Doku Umarow den Auftrag bekommen zu haben, Putin nach der Präsidentenwahl in Russland zu töten. Der ukrainische Geheimdienst SBU bestätigte diese Information: Die Attentäter seien im Februar in der Schwarzmeerstadt Odessa gefasst worden. Der russische Geheimdienst FSO teilte seinerseits mit, er habe bereits im Januar von den Attentatsplänen erfahren und "Vorbeugungsmaßnahmen" getroffen.

    „Umgang mit Sprengstoffen in London gelernt“

    Einer der Verdächtigen, Odam Osmajew, teilte in einem Exklusivinterview für den Ersten Kanal mit, er habe die Aufgabe gehabt, die unmittelbaren Attentäter auszubilden und nach Russland zu bringen. „Das Endziel war es, nach Moskau zu fahren und zu versuchen, ein Attentat auf Premier Putin zu verüben", sagte Osmajew. Er selbst habe bereits während seines Studiums in London den Umgang mit Sprengstoffen gelernt.

    Die Attentatspläne seien in einem beschlagnahmten Notebook entdeckt worden, hieß es. Unter anderem sei dort ein Video von einer vorbeifahrenden Wagenkolonne gespeichert gewesen, „damit man eine Vorstellung hat, in welchem Auto die geschützte Person fährt, wie viele Begleitwagen mitfahren — alles wurde unter unterschiedlichen Perspektiven gezeigt und von mehreren Straßen aufgenommen“, hieß es im TV-Kommentar.

    Auf Osmajews Hinweis hin soll der Inlandsgeheimdienst FSB im Februar in Moskau eine Bombe entdeckt haben. Der Sprengsatz war den Angaben zufolge in der Nähe einer Autostraße versteckt, die die Hauptstadt mit dem Flughafen Vnukovo verbindet und öfters von Regierungsmitgliedern genutzt wird. Nach Schätzungen von FSB-Experten war die Bombe stark genug, um einen Laster zu zerfetzen.

    Wahltrick oder Rache der Terroristen?

    In der Öffentlichkeit stieß der Bericht über die vereitelten Attentatspläne auf geteilte Reaktionen. Der frühere Vorsitzende des Föderationsrats (Parlamentsoberhaus), Sergej Mironow, der zur Präsidentenwahl gegen Putin antritt, bezeichnete diese Darstellung als glaubwürdig. Der Kandidat von der Liberaldemokratischen Partei (LDPR) Wladimir Schirinowski sowie der kommunistische Präsidentschaftsbewerber Gennadi Sjuganow hingegen halten es für einen Trick, um Putins Zustimmungswerte zu erhöhen.

    Irina Jarowaja, Leiterin des Sicherheitsausschusses der Staatsduma (Parlamentsunterhaus) und Mitglied der regierenden Partei „Geeintes Russland“ sprach von einer "Rache" der Terroristen, für die Putin „eine ernsthafte Bedrohung“ sei.

    Putin ist seit 2008 russischer Regierungschef. Davor war er acht Jahre lang russischer Präsident. Am 4. März tritt er wieder zur Präsidentenwahl an und ist laut Umfragen klarer Favorit.

    Auch in den vergangenen Jahren hatten Medien über vereitelte Attentate auf Putin berichtet. Eine der ersten derartigen Meldungen war im Februar 2000 aufgetaucht, als Putin russischer Interimspräsident war. Im Januar 2008 waren Gerüchte über vermeintliche Attentatspläne gegen Putin in Teheran im Umlauf.

    Sergej Pirogow

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren
    Themen:
    Anschlag auf Putin vereitelt (14)

    Zum Thema:

    Erdogan mit Russland-Türkei-Gesprächen unzufrieden – Militäreinsatz in Idlib nur Frage der Zeit
    Abwärtstrend: Russland stößt US-Staatsanleihen um eineinhalb Milliarden USD ab
    Rentner, Rückkehrer, alte Recken - Die Resterampe der CDU
    Einfluss auf Russland-Venezuela-Verhältnis? Kreml zu US-Sanktionen gegen Rosneft-Tochter