22:15 21 Februar 2018
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    Japan erwartet von Pjöngjang konkrete Schritte in Richtung kernwaffenfreies Korea

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    Streit um Nordkorea-Atomprogramm (236)
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    Japan begrüßt laut Außenminister Koichiro Gemba die von den USA und Nordkorea getroffenen Vereinbarungen und erwartet von Pjöngjang konkrete Schritte zur weiteren Denuklearisierung der Koreanischen Halbinsel.

    Japan begrüßt laut Außenminister Koichiro Gemba die von den USA und Nordkorea getroffenen Vereinbarungen und erwartet von Pjöngjang konkrete Schritte zur weiteren Denuklearisierung der Koreanischen Halbinsel.

    „Wir begrüßen die Vereinbarungen als einen wichtigen Schritt zur Lösung der komplizierten Probleme Nordkoreas. Wir hoffen, dass diese (Vereinbarungen) eine Grundlage für das Stilllegen aller Atomobjekte (Nordkoreas) bildet. Wichtig ist, dass Nordkorea mit konkreten Schritten zur Denuklearisierung begonnen hat“, sagte Gemba am Donnerstag vor Journalisten.

    Am Mittwochabend veröffentlichten Washington und Pjöngjang Informationen über die Ergebnisse der Verhandlungen, die in der Vorwoche in Peking stattgefunden hatten. Gemäß den getroffenen Vereinbarungen erklärte sich Nordkorea einverstanden, die Urananreicherung in der Atomanlage Yongbyon auszusetzen, seine Atomtests und die Starts von Raketen größerer Reichweite zeitweilig einzuschränken und im Austausch gegen amerikanische Lebensmittelhilfe (im Umfang von 240 000 Tonnen) Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA Zugang zu seinen Atomobjekten zu ermöglichen.

    Nach den Worten des japanischen Außenministers will Japan nun die Zusammenarbeit mit den USA und Südkorea ausbauen, weil es „wünschenswert wäre, dass (die Vereinbarungen) zur Wiederaufnahme der Sechser-Verhandlungen und des Dialogs mit den Teilnehmerseiten (Süd- und Nordkorea sowie China, Russland, die USA und Japan) führen“.

    Zuvor erklärte Gemba, dass gegenwärtig keine Beweise für konkrete Schritte seitens Nordkoreas und folglich keine Bedingungen für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen in der nahen Zukunft vorliegen.

    Nordkorea hatte sich 2005 zur Kernwaffenmacht erklärt und führte 2006 und 2009 Atomwaffentests durch, auf die der UN-Sicherheitsrat mit Sanktionen reagierte. In den Resolutionen 1718 und 1874 forderte der Weltsicherheitsrat unter anderem von Nordkorea, die Atomtests und Starts von ballistischen Raketen einzustellen, auf die Pläne, in Besitz von Atomwaffen zu kommen, zu verzichten und die Verhandlungen über die Denuklearisierung der Koreanischen Halbinsel wieder aufzunehmen.

    Im April 2009 wies Pjöngjang die IAEA-Inspekteure aus dem Land aus. Ende November 2010 gab Nordkorea bekannt, dass in der Atomanlage Yongbyon mehrere Tausend Zentrifugen für die Urananreicherung in Betrieb seien.

    Die Atomwaffen- und Raketenprogramme des kommunistischen Staates stoßen weltweit auf Kritik. Seit Jahren bemühen sich Südkorea, China, Russland, Japan und die USA darum, Nordkorea von seinen Atomaktivitäten abzubringen.

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