14:30 23 Juni 2018
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    Kirgistans Präsident „hat alles verwechselt“: Russische Militärbasis darf angeblich bleiben

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    Die jüngsten Vorwürfe des kirgisischen Präsidenten Almas Atambekow gegen den russischen Luftwaffenstützpunkt Kant haben sich einem Zeitungsbericht zufolge als unbegründet erwiesen: Der Staatschef hat schlichtweg die Militäranlagen verwechselt.

    Die jüngsten Vorwürfe des kirgisischen Präsidenten Almas Atambekow gegen den russischen Luftwaffenstützpunkt Kant haben sich einem Zeitungsbericht zufolge als unbegründet erwiesen: Der Staatschef hat schlichtweg die Militäranlagen verwechselt.

    Am Montag hatte Präsident Atambekow Russland vorgeworfen, seit vier Jahren keine Pacht mehr für die Luftwaffenbasis Kant bezahlt zu haben. Am Donnerstag teilte ein Sprecher der kirgisischen Regierung der Zeitung Kommersant mit, dass Atambekow nicht den Stützpunkt selbst, sondern zwei weitere russische Militäranlagen in der Republik gemeint habe. Auch Quellen im russischen Außen- und im Verteidigungsministerium bestätigen: „Atambajew hat alles verwechselt“.

    In Kirgisien befinden sich fünf russische Militärobjekte: der Luftstützpunkt Kant, eine Fernmeldestelle der Marine im Dorf Kara-Balta sowie ein Testgelände für U-Boot-Jagdwaffen am Issyk-Kul-See und zwei Erdbebenwarten des russischen Verteidigungsministeriums.

    Als der Präsident von Schulden gesprochen habe, habe er die Fernmeldestelle und das Testgelände gemeint, teilte ein Regierungssprecher in Bischkek der Tageszeitung Kommersant mit. Für diese Anlagen mit einer Gesamtfläche von mehr als 860 Hektar müsse Russland jährlich 4,5 Millionen US-Dollar zahlen. Seit 2008 habe sich eine Verschuldung von rund 15 Millionen Dollar angehäuft.

    Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im kirgisischen Parlament, Tokon Mamytow, versicherte in einem Gespräch mit RIA Novosti, dass eine Auflösung des russischen Luftstützpunktes nicht geplant sei. Präsident Atambajew hatte die Meinung geäußert, dass der Luftwaffenstützpunkt Kant weder Russland noch Kirgistan etwas nütze.

    Quellen im russischen Außenministerium und im Verteidigungsministerium bestätigten gegenüber Kommersant, dass Russland bei der Pacht der Fernmeldestelle und des Testgeländes in der Kreide stehe. Im Pachtvertrag habe sich Russland verpflichtet, die kirgisische Armee mit Waffen zu versorgen. In den Jahren 2008 und 2009 sei von den Lieferungen abgesehen worden, weil die innenpolitische Lage in Kirgistan angespannt gewesen sei, hieß es.

    In Kirgistan war es 2010 zu einem Umsturz und zu blutigen Auseinandersetzungen mit rund 500 Toten, Tausenden Verletzten und einer halben Million Flüchtlingen gekommen. Am Samstag vergangener Woche erklärte sich Moskau bereit, in Kürze die gesamten Schulden von 15 Millionen US-Dollar zu begleichen.

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