08:51 24 Juni 2018
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    Afghanischer Politiker: Bis zu 20 US-Soldaten an Massaker in Kandahar beteiligt

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    Nicht bloß einer, wie dies das Pentagon behauptet, sondern bis zu 20 US-Soldaten waren am 11. März am Massaker in der südafghanischen Provinz Kandahar beteiligt, berichten afghanische Medien unter Berufung auf eine repräsentative afghanische Parlamentskommission, die einige Tage lang in der betroffenen Ortschaft gearbeitet hat.

    Nicht bloß einer, wie dies das Pentagon behauptet, sondern bis zu 20 US-Soldaten waren am 11. März am Massaker in der südafghanischen Provinz Kandahar beteiligt, berichten afghanische Medien unter Berufung auf eine repräsentative afghanische Parlamentskommission, die einige Tage lang in der betroffenen Ortschaft gearbeitet hat.

    Die Delegationsteilnehmer befragten Familien, die den Massenmord überlebt hatten, sowie die Ältesten der dortigen Stämme.

    Wie Hamidzai Lalai, Abgeordneter von der Provinz Kandahar, der Nachrichtenagentur Pazhwak mitteilte, „nahmen am Massaker am 11. März in Pandschwai 15 bis 20 US-Soldaten teil“. „Wir haben den Tatort aufmerksam untersucht und mit Familien gesprochen, die ihre Angehörigen verloren hatten, sowie mit Verletzten und Ältesten der Stämme“, hieß es.

    „Die betroffenen Dörfer sind 1,5 Kilometer vom US-Militärstützpunkt entfernt. Wir sind davon überzeugt, dass ein Soldat nicht in der Lage war, so viele Menschen gleichzeitig an zwei Orten innerhalb einer Stunde zu töten und zu verletzen. Dort operierten zwei Gruppen, die 16 Menschen, hauptsächlich Kinder und Frauen, töteten.“

    Lalai forderte die afghanische Regierung, die Uno und die gesamte internationale Völkergemeinschaft auf, Bedingungen für einen Prozess gegen die Mörder in Afghanistan zu schaffen. Er äußerte seine Empörung darüber, dass einer der Mörder, ein US-Sergeant, bereits in einen US-Militärstützpunkt in Kuwait gebracht worden sei.

    „Die Parlamentsabgeordneten werden nicht die Hände in den Schoß legen, solange die Schuldigen nicht auf dem Territorium Afghanistans verurteilt sind“, sagte Lalai. „Wenn die internationale Völkergemeinschaft nicht ihre Rolle bei der Bestrafung der Verbrecher spielen wird, so wird das afghanische Parlament die ausländischen Truppen zu Besatzungstruppen erklären, die sich in dieser Hinsicht nicht von den russischen Truppen unterscheiden (gemeint waren die Sowjettruppen während der 1979 begonnenen sowjetischen Afghanistan-Operation, Anm. RIA Novosti).“

    Der Afghanistan-Beauftragte des russischen Präsidenten, Samir Kabulow, vertritt indessen die Ansicht, dass in Pandschwai nur ein amerikanischer Amokläufer am Werk war. „Ich betrachte dies natürlich keinesfalls als eine gezielte Operation von US-Truppen in Afghanistan“, sagte er in einem Interview für den Fernsehsender Russia Today. „Wir beobachten eine ganze Kette solcher Einzelfälle in  Afghanistan in den zurückliegenden Jahren.“

    Bei seinen Verhandlungen mit Pentagon-Chef Leon Panetta forderte der afghanische Präsident Hamid Karsai am Donnerstag, dass die Nato-Truppen aus allen afghanischen Ortschaften abgezogen werden und sich in ihren Stützpunkten konzentrieren, sowie dass die US-Truppen bis Ende 2013 und nicht wie zuvor geplant bis Ende 2014 abgezogen werden.

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