20:49 18 Februar 2018
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    Russisches Außenministerium lädt dänischen Botschafter wegen Skandal um Sakajew vor

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    Das russische Außenministerium hat den dänischen Botschafter in Moskau, Tom Risdal Jensen, wegen Teilnahme des tschetschenischen Separatisten Achmed Sakajew an einer internationalen Konferenz in Kopenhagen einbestellt, teilte der Pressedienst des Ministeriums am Donnerstag mit.

    Das russische Außenministerium hat den dänischen Botschafter in Moskau, Tom Risdal Jensen, wegen Teilnahme des tschetschenischen Separatisten Achmed Sakajew an einer internationalen Konferenz in Kopenhagen einbestellt, teilte der Pressedienst des Ministeriums am Donnerstag mit.

    Russland fordert von Dänemark, die zum Anti-Terror-Kampf übernommenen Verpflichtungen in vollem Maße zu erfüllen, hieß es.

    Am 17./18. März fand in Kopenhagen die sogenannte internationale Konferenz „Tschetschenien im Kontext möglicher Wandlungen in Russland“ statt, an der Achmed Sakajew, der als Emissär der tschetschenischen Separatisten gilt, teilnahm. Russland fahndet seit 2001 international nach Sakajew wegen seiner schweren Verbrechen.

    „Wir hatten begründet damit gerechnet, dass die dänischen Behörden Maßnahmen treffen werden, um seinen (Sakajews) Aufenthalt in Dänemark und seine Teilnahme an derartigen Veranstaltungen nicht zuzulassen. Dies wurde jedoch nicht getan“, hieß es im russischen Außenamt.

    Moskau sprach sein Befremden im Zusammenhang damit aus, dass die dänische Seite Sakajew ermöglichte, das Land ungehindert zu verlassen, trotz Antrag der russischen Generalstaatsanwaltschaft, Sakajew zu verhaften und zeitweilig festzuhalten, bis Dänemark den Antrag über seine Auslieferung bekommt.

    „Der Kopenhagen-Besuch durch Achmed Sakajew, die Durchführung eines provokativen Zusammentreffens und die Untätigkeit der dänischen Behörden widersprechen dem Charakter der russisch-dänischen Beziehungen und den Zielen der Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus“, wurde im russischen Außenministerium gegenüber dem dänischen Botschafter geäußert.

    „Wir fordern von der dänischen Seite, Erklärungen abzugeben, und rechnen darauf, dass Dänemark seine internationalen Verpflichtungen in Bezug auf den Anti-Terror-Kampf im vollen Umfang erfüllt“, hieß es.

    Sakajew lebt seit 2003 in London. Nach Angaben der russischen Generalstaatsanwaltschaft hatte Achmed Sakajew im Bestand einer bewaffneten Kämpfergruppe Verbrechen gegen die Persönlichkeit, die Staatsmacht, die öffentliche Sicherheit und die Verwaltungsordnung begangen. Seine Taten waren auf die Verletzung der territorialen Integrität und Änderungen an der Verfassungsordnung Russlands ausgerichtet. 1995 bis 2000 soll Sakajew aktiv an der Organisation von bewaffneten Gruppen auf dem russischen Territorium teilgenommen haben. Er leitete persönlich eine solche Gruppe, die insgesamt 1500 Kämpfer zählte.

    Russlands Justiz hat Sakajew in die internationale Fahndungsliste eingetragen und fordert seine Auslieferung.

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