00:27 23 Oktober 2018
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    Umfragen zu Afghanistan-Einsatz: US-Bürger sind kriegsmüde – „Nesawissimaja Gaseta“

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    Die Mehrheit der Amerikaner sind gegen den Krieg in Afghanistan, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Die Mehrheit der Amerikaner sind gegen den Krieg in Afghanistan, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Laut einer Umfrage der „New York Times“ und des TV-Senders CBS News wollen etwa 70 Prozent der Befragten keinen Krieg am Hindukusch - vor vier Monaten waren es 53 Prozent. 68 Prozent der Amerikaner sind der Ansicht, dass der Krieg in Afghanistan erfolglos verläuft. Für einen möglichst schnellen Abzug der US-Truppen aus dem zentralasiatischen Land sprachen sich 44 Prozent der Amerikaner aus.

    Nach Umfragen der „Washington Post“ und des TV-Senders ABC News wünschen sich 60 Prozent der US-Bürger ein Ende des Afghanistan-Einsatzes.

    Kennzeichnend ist auch der Umstand, dass nicht nur die Demokraten, sondern auch die Republikaner eher friedlich gestimmt sind, obwohl letztere seit jeher einen US-Militäreinsatz am Hindukusch befürwortet haben.

    Die Amerikaner sind offenbar von dem zehnjährigen Afghanistan-Einsatz enttäuscht und glauben, dass eine weitere Militärpräsenz nur neue Opfer und Ausgaben bringen würde. Laut Experten ist auch das Weiße Haus eher pessimistisch über ein erfolgreiches Ende des Afghanistan-Einsatzes eingestellt. So spricht Präsident Obama nicht mehr von einem Sieg im Jahr 2014, sondern nur von einem Truppenabzug.

    In Washington denkt man mittlerweile sogar darüber nach, den Rückzug zu beschleunigen, nicht zuletzt wegen der Proteststürme unter den Afghanen nach der Koran-Verbrennung auf einem Militärstützpunkt und dem Massaker an 17 Zivilisten durch einen durchgedrehten US-Soldaten.

    Auch etliche Angriffe der afghanischen Sicherheitskräfte auf Nato-Militärs rufen im Weißen Haus Besorgnis hervor. Allein in diesem Jahr wurden bereits 16 Soldaten getötet.

    Große Hoffnungen setzt Washington auf die Friedensverhandlungen zwischen der Kabuler Regierung und den Taliban. Experten zweifeln jedoch an einem erfolgreichen Ende der Gespräche. „Die durch innenpolitische Widersprüche und äußeren Druck geschwächte Regierung Hamid Karzais ist nicht imstande, mit den Rebellen zu verhandeln. Die afghanischen Sicherheitskräfte sind nicht bereit, das Machtvakuum nach dem Abzug der internationalen Truppen zu füllen“, stellte ein Vertreter der International Crisis Group (ICG) fest. Die von den Amerikanern angestrebte Aufteilung der Macht zwischen den afghanischen Behörden und den Taliban führe nicht wirklich zu Stabilität, ergänzte er.

    ICG-Vertreter sagen offen, dass die USA lediglich eine Pause zwischen ihrem Abzug vom Hindukusch und dem Beginn einer neuen Konfliktphase anstreben. Die Taliban verweigern jegliche Zugeständnisse, weil sie davon ausgehen, dass die ISAF-Truppen auch ohne das Abkommen zur Machtteilung abziehen werden.

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