23:28 19 Oktober 2018
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    Grenzkonflikte: Gefechte um sudanesische Ölvorkommen – „Kommersant“

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    Sudans Luftstreitkräfte haben am Dienstag ein Ölvorkommen im Südsudan bombardiert, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    Sudans Luftstreitkräfte haben am Dienstag ein Ölvorkommen im Südsudan bombardiert, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    Der Grenz-Konflikt zwischen den beiden Ländern geht in eine neue Runde. Südsudan will sein Öl künftig nicht ins Nachbarland im Norden, sondern nach Kenia befördern.

    „Sudans Luftwaffe hat mehrere Angriffe auf Gebiete im Bundesstaat Al-Wahda (Unity)  geflogen, wo sich die Ölfelder befinden“, teilten die südsudanesischen Behörden am Dienstag mit. Die im Südsudan tätige Greater Nile Petroleum Operating Company bestätigte diese Informationen. Nach südsudanesischen Angaben handelt es sich um einen weiteren Angriff innerhalb zweier Tage. Bei ihrer Offensive auf die Ölfelder sollen die sudanesischen Streitkräfte auf erbitterten Widerstand gestoßen sein.

    Wie ein Sprecher des sudanesischen Präsidenten Omar Bashir mitteilte, sollen die südsudanesischen  Truppen das ölreiche Gebiet Heglig angegriffen haben. Das sudanesische Militär konnte den Angriff jedoch abwehren.

    Nach der Unabhängigkeitserklärung des Südsudan im vorigen Sommer kommt es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen den Armeen der beiden Nachbarländer. Der Konflikt um Territorium und Öl verschärfte sich, als Khartum und Juba Ende Februar Gefechte um die umstrittene Stadt Jau begannen. Sudans Regierung drohte dem Nachbarland, sich an den UN-Sicherheitsrat und die Afrikanische Union zu wenden.

    Große Hoffnungen auf eine Milderung des Konflikts wurden auf den Besuch des sudanesischen Präsidenten Bashir in dem Nachbarland am 3. April gesetzt. Wegen des zugespitzten Konflikts sagte Bashir seinen Besuch jedoch ab.

    Wie die südsudanesischen Behörden beteuern, sind sie nicht an einer Wiederaufnahme des „sinnlosen“ Kriegs gegen Khartum interessiert. Laut dem russischen Afrika-Experten Alexander Schukow ist ein groß angelegter Konflikt nicht zu erwarten. „Juba braucht derzeit dringend Stabilität an den nördlichen Grenzen. Die internationale Gemeinschaft wird Omar Bashir daran hindern, einen Krieg zu entfesseln“, so Schukow.

    Neben Gebietsansprüchen streiten sich Khartum und Juba zudem um den Öltransit von den südlichen Vorkommen zur sudanesischen Küste. Bei der letzten Verhandlungsrunde forderte Sudan 36 US-Dollar für die Beförderung und die Verarbeitung eines Barrels Öl. Südsudan will jedoch nur einen US-Dollar zahlen.

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