14:46 25 Januar 2020
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    Gattin des radikalen Serbenführers Šešelj kandidiert bei Präsidentenwahl in Serbien

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    Die extrem nationalistische Serbische Radikale Partei (SRS) hat die Kandidatur von Jadranka Šešelj, Ehegattin des SRS-Chefs Vojislav Šešelj, der vom Internationalen Strafgerichtshof für Ex-Jugoslawien in den Haag (ICTY) beschuldigt wird, Kriegsverbrechen begangen zu haben, für die Präsidentenwahl in Serbien vorgeschlagen.

    Die extrem nationalistische Serbische Radikale Partei (SRS) hat die Kandidatur von Jadranka Šešelj, Ehegattin des SRS-Chefs Vojislav Šešelj, der vom Internationalen Strafgerichtshof für Ex-Jugoslawien in den Haag (ICTY) beschuldigt wird, Kriegsverbrechen begangen zu haben, für die Präsidentenwahl in Serbien vorgeschlagen.

    Die Präsidentenwahl in Serbien ist für den 6. Mai 2012 angesetzt. Fast ein Dutzend Kandidaten haben den Wunsch bestätigt, am Wahlrennen teilzunehmen. Die Kandidatur von Jadranka Šešelj ist aber eine Überraschung.

    Vor nicht zu langer Zeit sagte die Ehefrau des inhaftierten SRS-Chefs, sie habe keinen Wunsch, an Wahlkampagnen der Serbischen Radikalen Partei teilzunehmen, und wolle sich auf die Angelegenheiten der eigenen Familie konzentrieren.

    Am Freitag beschloss das SRS-Präsidium nach einer Kollegiumssitzung, Jadranka Šešelj als Präsidentenkandidatin zu nominieren. Wie es in einer Pressemitteilung der Radikalenpartei heißt, stellten die Teilnehmer der Kollegiumssitzung fest, dass Jadranka in den letzten zehn Jahren der Inhaftierung ihres Mannes Vojislav Šešelj ein Musterbeispiel für Mut, Ausdauer und Bereitschaft zur Selbstaufopferung geliefert habe. Laut serbischen Medien ließ Vojislav Šešelj persönlich aus der Haft in Den Haag die Kandidatur seiner Frau für die Präsidentenwahl aufstellen.

    Nach früheren Prognosen sollte der Vizevorsitzende der Serbischen Radikalen Partei Aleksandar Martinovic als Präsidentenkandidat nominiert werden. Laut Experten könnten für Jadranka Šešelj jene Wähler stimmen, die unter anderen Umständen für andere populäre Parteien ihre Stimmen abgeben würden: für die Serbische Fortschrittspartei mit Tomislav Nicolić an der Spitze und die Demokratische Partei Serbiens mit ihrem Parteichef Vojislav Koštunica.

    Der serbische Präsident wird für fünf Jahre gewählt. Wenn kein Kandidat mehr als 50 Prozent der Wählerstimmen bekommt, muss eine Stichwahl zwischen beiden bestplatzierten Kandidaten stattfinden.

    Vojislav Šešelj hatte sich im Februar 2003 dem Internationalen Strafgerichtshof in den Haag freiwillig gestellt. Seitdem befindet er sich im Voruntersuchungsgefängnis. Die ICTY-Anklage fordert 28 Jahre Freiheitsentzug für Seselj, der der Verfolgung von Bürgern aus politischen, ethnischen und religiösen Gründen während des jugoslawischen Bürgerkrieges Anfang der 1990er Jahre sowie anderer Verbrechen angeklagt wird. Das Gerichtsurteil soll in wenigen Monaten gefällt werden.

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