19:23 16 Dezember 2017
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    Libyen: Russen auf der Anklagebank – „Kommersant“

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    In der libyschen Hauptstadt Tripolis stehen zwei Russen, drei Weißrussen und 20 Ukrainer wegen Unterstützung der Truppen des gestürzten Machthabers Muammar al-Gaddafi vor einem Militärgericht, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    In der libyschen Hauptstadt Tripolis stehen zwei Russen, drei Weißrussen und 20 Ukrainer wegen Unterstützung der Truppen des gestürzten Machthabers Muammar al-Gaddafi vor einem Militärgericht, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    Der Gerichtsprozess kann sogar mit einem Todesurteil enden. Die Angeklagten werden beschuldigt, Nato-Piloten aus dem Verkehr zu ziehen geplant und die Truppen des gestürzten Diktators Muammar al-Gaddafi unterstützt zu haben. Sie bestreiten jedoch die Anschuldigungen.

    Die angeklagten Russen gaben an, im vorigen Sommer nach Libyen wegen Ölbohrungen gereist zu sein. Nach einer Woche wurden die jedoch von den Gaddafi-Truppen gezwungen, Militärtechnik zu bedienen. Einen Monat danach wurde der Militärstützpunkt in Tripolis, in dem sie arbeiteten, von den Rebellen eingenommen. Seitdem sitzen sie in Haft.

    Russische Diplomaten haben sich der Sache mittlerweile angenommen. „Das russische Außenministerium und unsere Botschaft in Tripolis bemühen sich in enger Koordination mit den Kollegen aus der Ukraine und Weißrussland und in Zusammenarbeit mit den Anwälten um die Verbesserung der Haftbedingungen und die baldige Freilassung der Inhaftierten“, sagte der russische Außenamtssprecher Alexander Lukaschewitsch. Ihm zufolge werden sie regelmäßig von russischen Botschaftsmitarbeitern besucht, die sie mit Lebensmitteln und Kleidung versorgen und notfalls medizinische Behandlung anbieten.

    Dass ein Gerichtsprozess eingeleitet worden ist, kam für Moskau jedoch unerwartet. Wie eine Quelle im russischen Außenministerium verriet, hatte die neue Regierung Libyens versichert, dass sie irrtümlicherweise inhaftiert wurden und es nicht zur Gerichtsklage kommt.

    Experten schließen sogar Todesurteile nicht aus. „Sie setzen Russland unter Druck“, sagte der Präsident des Nahost-Instituts in Moskau, Jewgeni Satanowski. Ihm zufolge werden Terroristen des libyschen Übergangsrats in die Türkei geschickt, um gegen die syrischen Regierungstruppen zu kämpfen. „Damit das Thema der Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines unabhängigen Staates nicht mehr in der UNO behandelt wird, werden solche präventiven Schritte unternommen“, ist sich der Experte sicher.

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