07:17 15 Dezember 2017
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    Religiöse Spannungen im Irak dauern an - Autobombe tötet zehn Menschen in Bagdad

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    Bei der Explosion eines mit Sprengstoff beladenen Autos sind am Samstag in Bagdad mindestens zehn Menschen getötet und 15 weitere verletzt worden, meldet die AP unter Hinweis auf die örtliche Polizei.

    Bei der Explosion eines mit Sprengstoff beladenen Autos sind am Samstag in Bagdad mindestens zehn Menschen getötet und 15 weitere verletzt worden, meldet die AP unter Hinweis auf die örtliche Polizei.

    Laut der Agentur Xinhua hat sich die Explosion im Osten der irakischen Hauptstadt im Bezirk Shula zu einem Zeitpunkt ereignet, als sich Dutzende schiitische Moslems nach einem Gebet in der Moschee des siebten Imam Mussa Kasem auf dem Heimweg befanden.

    Laut früheren Medienberichten waren am vergangenen Mittwoch, als die Schiiten den Todestag des als Märtyrer und Nachfolger des Propheten Mohammed geltenden Mussa Kasem begangen, in mehreren irakischen Städten Sprengstoffanschläge verübt worden, die mindestens 83 Tote forderten.

    Die zunehmenden Spannungen im Irak lassen sich auf die seit langem bestehende Konfrontation zwischen den größten moslemischen Gemeinden - den Sunniten und den Schiiten - zurückführen. Laut der Volkszählung vom Jahr 1997 hatten die Sunniten 66 Prozent der irakischen Bevölkerung und die Schiiten 34 Prozent ausgemacht. In der Regierungszeit von Präsident Saddam Hussein waren die Staatsstrukturen von Sunniten dominiert.

    Nach der bewaffneten Invasion der USA im Jahr 2003 im Irak und dem anschließenden Sturz von Saddam Hussein wurden die sunnitischen Beamten von den Schiiten teilweise verdrängt, die mehrere wichtige Staatsämter, darunter den Premiersposten, übernahmen. Das neue Kräfteverhältnis im Land führte zu einer Verschärfung der Beziehungen zwischen den Sunniten und den Schiiten.

    Nach Expertenschätzungen droht wegen der wachsenden Spannungen  zwischen den beiden Gemeinden ein Chaos im Land, das den Auftakt zu einem Bürgerkrieg und einer Spaltung des Landes bilden könnte.

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