10:44 18 August 2017
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    Ferner Osten: Russlands Sorgenregion entvölkert sich - „Nesawissimaja Gaseta“

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    Der russische Premier Dmitri Medwedew hat am Montag in Wladiwostok über die soziale und wirtschaftliche Entwicklung des Fernen Ostens beraten, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Der russische Premier Dmitri Medwedew hat am Montag in Wladiwostok über die soziale und wirtschaftliche Entwicklung des Fernen Ostens beraten, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Medwedew brachte Vizepremier Igor Schuwalow und neun Minister mit nach Wladiwostok, um über die Zukunft der dünn besiedelten Region an der Pazifikküste zu sprechen.

    Medwedew gab in der Beratung zu, dass sich der Staat zu wenig um die Entwicklung des Fernen Ostens gekümmert hatte, obwohl auf den Föderationsbezirk mehr als ein Drittel der Landesfläche Russlands entfällt. Doch die Region ist auf Hilfe aus Moskau angewiesen.

    Medwedew setzte dabei auf die üblichen Parolen: „Das Potential des Fernen Ostens und Ostsibiriens im vollen Maße nutzen. Das Gebiet möglichst eng an den nationalen Wirtschaftsraum anschließen. Günstige Bedingungen für das alltägliche Leben und die Arbeit schaffen.“ Mit dem Staatshaushalt werden viele Programme finanziert. Nach dem Zielprogramm zur Entwicklung des Fernen Ostens und der Baikal-Region wurden in den vergangenen fünf Jahren mehr als 7,5 Milliarden Euro bereitgestellt. Mehr als 2,7 Milliarden Euro werden in den kommenden zwei Jahren ausgegeben.

    Seit 1996 investiert der Staat in die Entwicklung des Fernen Ostens. Trotzdem ist die Bevölkerungszahl in dieser Region seit 1991 von acht auf knapp sechs Millionen Einwohner zurückgegangen.

    Der Mangel an Arbeitskräften ist die größte Bremse für die Wirtschaftsentwicklung des Fernen Ostens.

    Laut unabhängigen Experten sind die Probleme des Fernen Ostens nicht neu. Nur zu Beginn des 20. Jahrhunderts zogen Siedler aus dem europäischen Teil Russlands selbstständig ans andere Ende Russlands. In Sowjetzeiten wurden junge Leute in den Fernen Osten gelockt, um an Großprojekten wie dem Bau der Baikal-Amur-Magistrale mitzuarbeiten.

    Im heutigen Russland gebe es weder materielle Anreize zur Umsiedlung in den Osten noch Enthusiasmus seitens der jungen Leute, sagte Jakow Dubenezki vom Moskauer Institut für volkswirtschaftliche Prognostizierung. Die Programme zur Wirtschaftsentwicklung der fernöstlichen Gebiete würden nicht den erwünschten Effekt bringen, wenn sie nicht mit staatlichen Plänen zur technischen Umrüstung der Industrie, Entwicklung der Landwirtschaft, des Verkehrs u.a. in Einklang gebracht werden.

    „Der Ferne Osten ist potentiell eine sehr attraktive Region für Investitionen. Die Mineral- und Rohstoffressourcen, Transit, Logistik, Tourismus, Energie - Investoren würden gerne Milliarden in diese Branchen anlegen. Doch sie investieren nicht. Damit dies geschieht, muss die unterentwickelte Verkehrsinfrastruktur in der Region ausgebaut werden“, betonte Fjodor Gluschkow, Präsident des Bauarbeiterverbandes der Region Chabarowsk. Ihm zufolge ist die mangelhafte Verkehrs- und Logistikinfrastruktur ein Grund, weshalb viele potentielle Investoren vor einem Engagement zurückschrecken.

     

     

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