07:11 18 August 2017
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    „Moskowskije Nowosti“: Positive Entwicklung für Pussy Riot

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    Gerichtsprozess gegen Pussy Riot (176)
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    Die Moskauer Tageszeitung kommentiert am Dienstag die neueste Entwicklung im Fall der Skandal-Gruppe Pussy Riot. Wie das Blatt dabei feststellt, haben sich in diesem Fall „wesentliche Fortschritte angebahnt“. Die Ermittlung bemüht sich um eine Beschleunigung ihrer prozessualen Handlungen, die Anwälte hoffen auf eine Freilassung der jungen Frauen aus der Haft und auf eine Bewährungsstrafe.

    Die Moskauer Tageszeitung kommentiert am Dienstag die neueste Entwicklung im Fall der Skandal-Gruppe Pussy Riot. Wie das Blatt dabei feststellt, haben sich in diesem Fall „wesentliche Fortschritte angebahnt“. Die Ermittlung bemüht sich um eine Beschleunigung ihrer prozessualen Handlungen, die Anwälte hoffen auf eine Freilassung der jungen Frauen aus der Haft und auf eine Bewährungsstrafe.

     Wichtige Figuren aus dem Kreis der Vertrauenspersonen von Wladimir Putin haben vor einigen Tagen einen Appell der Kulturschaffenden mit unterzeichnet, die die russische Justiz im Fall Pussy Riot scharf kritisieren, führt das Blatt weiter aus. Aber auch die Top-Vertreter der Russisch-orthodoxen Kirche mildern ihre Haltung.

    Wie der vor kurzem ernannte Pressesekretär von Patriarch Kyrill von Moskau und Ganz Russland, Alexander Wolkow, mitteilte, weiß der Patriarch über die Appelle der Bürger Bescheid, die sich für Pussy Riot einsetzen, die Kirche könne aber „die Ermittlung nicht beeinflussen“. 

    „Wie der Direktor des Meinungsforschungsinstituts WZIOM, Valeri Fjodorow, feststellt, haben sich die jüngsten Skandale nicht auf die beste Weise auf das Ansehen der Russisch-orthodoxen Kirche ausgewirkt“, schreibt die Zeitung. Unter anderem sei eine sinkende Popularität von Patriarch Kyrill registriert worden. Wie Fjodorow betont, wurden vom neuen Patriarchen nach dessen Amtsübernahme 2010 „eine neue Annäherung zwischen der Gesellschaft und der Kirche und eine neue Offenheit erwartet, ungefähr vor anderthalb Jahren kam es aber zu Konflikten mit einigen einflussreichen gesellschaftlichen Gemeinschaften“.

    „Von Seiten der Kirche wäre es einfach verrückt, eine harte Bestrafung zu fordern, wo so viele Vertreter des intellektuellen Teils der Gesellschaft entgegen gesetzte Positionen vertreten“, äußerte Iwar Makssutow, Chefredakteur des Portals www.religo.ru.

    „Die öffentliche Meinung ist im Wandel: Je länger sich die jungen Frauen in der U-Haft befinden (und sie befinden sich dort bereits seit mehr als vier Monaten), desto mehr wird die Öffentlichkeit zu der Überzeugung neigen, dass sie, erstens, bis zur Gerichtsverhandlung nicht eingesperrt werden sollten, und dass sie, zweitens, bereits ihre Haftstrafe abgebüßt haben“, stellte der Anwalt Mark Fejgin, der die Interessen von Pussy Riot vertritt, in der Zeitung fest.

    Nach seiner Meinung hat die Ermittlung ein Signal bekommen, den Fall möglichst schnell dem Gericht zu übergeben, um die Unzufriedenheit der „kreativen Klasse“ auf ein Minimum zu reduzieren. „Für die Hast besteht kein prozessualer Grund, dies ist eine politische Entscheidung“, so Fejgin. „Die Ermittlung und das Gericht (unter unseren Bedingungen ist dies ein und dasselbe) wollen alles bis Ende August beenden“. „Zweifellos wurde das Ziel gesetzt, die Mandantinnen für schuldig zu erklären. Hinsichtlich der Strafe wird noch zwischen einem und drei Jahren Freiheitsentzug geschwankt.  Dies war mehrmals aus dem Mund von Ermittlungsbeamten zu hören.“

    „Vor einem Monat verlautete aus einer anonymen Quelle in der Präsidentenadministration, im Fall von Pussy Riot sei ein ‚mildes Urteil’ zu erwarten“, stellt das Blatt abschließend fest.

    Die Frauen-Punkgruppe Pussy Riot hatte im Februar einen „Punk-Gottesdienst“ in der Moskauer Erlöser-Kathedrale „zelebriert“. Unter anderem „beteten“ die jungen Damen „zu Mutter Gottes“, den damaligen Präsidentschaftskandidaten Wladimir Putin „wegzutreiben“. 

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