15:30 16 August 2017
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    Japans Außenministerium bestellt russischen Botschafter in Tokio ein

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    Das japanische Außenministerium hat den Botschafter Russlands in Tokio, Jewgeni Afanasjew, zu sich einbestellt und ihm gegenüber das Bedauern der japanischen Seite über den heutigen Kurilen-Besuch des russischen Premierministers Dmitri Medwedew geäußert.

    Das japanische Außenministerium hat den Botschafter Russlands in Tokio, Jewgeni Afanasjew, zu sich einbestellt und ihm gegenüber das Bedauern der japanischen Seite über den heutigen Kurilen-Besuch des russischen Premierministers Dmitri Medwedew geäußert.

    „Die japanische Regierung kann diesen Besuch nicht akzeptieren und bringt ihr tiefes Bedauern zum Ausdruck. Besorgniserregend ist der Umstand, dass der heutige Besuch die in der letzten Zeit entstandene positive Atmosphäre in den russisch-japanischen Beziehungen abkühlen könnte“, heißt es aus dem japanischen Außenministerium.

    Wie ein Diplomat der russischen Botschaft in Japan am Dienstag RIA Novosti mitteilte, erläuterte der Botschafter aus Moskau die Position Russlands zu den Kurilen-Inseln, indem er die zweifellose Rechtmäßigkeit von Reisen der russischen Landesführung auf eigenem Landesterritorium betonte. Der russische Botschafter verwies dabei auf die feste Absicht der Landesführung, die Beziehungen mit Japan weiter zu entwickeln.

    Der russische Premierminister Dmitri Medwedew besuchte am Dienstag bei seiner Fernostreise, die am Montag begonnen hatte, für einige Stunden die Südkurileninsel Kunaschir. Medwedew besichtigte eine Schiffsanlegestelle in der Bucht Juschno-Kurilskaja und eine Fischverarbeitungsfabrik. Anschließend besuchte er den Seehafen und besichtigte die Bauarbeiten des Hafenbahnhofs, in dem nach der Fertigstellung des Gebäudes im kommenden November der Zoll- und Grenzdienst untergebracht werden sollen. Bei einem Treffen des Premiers mit Einwohnern von Kunaschir sagte ein Inselbewohner, dass Medwedew die Kurilen bereits zum zweiten Mal besuche. „Aller guten Dinge sind drei“, antwortete Medwedew.

    Im November 2010 hatte Dmitri Medwedew als erster russischer Präsident die Südkurilen besucht. Der damalige japanische Ministerpräsident Naoto Kan bezeichnete die Reise Medwedews als „unzulässige Grobheit“. Moskau antwortete darauf, dass die Souveränität Russlands über die Kurilen nicht revidiert werden könne und die russische Führung ihre Arbeitsreisen unabhängig von der Reaktion Tokios unternehme.

    Statt einer Konfrontation bot Moskau Japan an, gemeinsam an der Entwicklung der Region zu arbeiten und einen bilateralen Vorteil daraus zu ziehen, vorausgesetzt, dass Japan seine Gebietsansprüche aufgibt und sich ausschließlich auf die Wirtschaftszusammenarbeit konzentriert.

    Tokio beansprucht seit 1945 die Inseln Iturup, Kunaschir, Schikotan und Habomai unter Berufung auf das bilaterale Traktat über Handel und Grenzen aus dem Jahr 1855. Die Rückgabe dieser Inseln stellt Japan als Bedingung für den Abschluss eines Friedensvertrages mit Russland, der nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht unterzeichnet wurde.

    Die Haltung Moskaus besteht darin, dass die Südkurilen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges an die UdSSR gegangen sind und die russische Souveränität über sie, die eine entsprechende völkerrechtliche Ausgestaltung hat, keinem Zweifel unterliegt.

    Wie das russische Außenministerium bereits äußerte, seien Stellungnahmen der japanischen Medien zu den Plänen der russischen Landesführung, die Südkurilen zu besuchen, „unangebracht“.

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