08:21 22 September 2017
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    Medwedew Japans Reaktion auf seinen Kurilen-Besuch gleichgültig

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    Zunehmende Spannungen zwischen Russland und Japan (132)
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    Der russische Premierminister Dmitri Medwedew hat gesagt, dass ihm die Reaktion Japans auf seinen Kurilen-Besuch gleichgültig ist.

    Der russische Premierminister Dmitri Medwedew hat gesagt, dass ihm die Reaktion Japans auf seinen Kurilen-Besuch gleichgültig ist.

    Medwedew besuchte am Dienstag die Insel Kunaschir. Später äußerte das japanische Außenministerium dem russischen Botschafter Jewgeni Afanassjew einen Protest im Zusammenhang mit der Reise des russischen Regierungschefs.

    „Was die Reaktion unserer japanischen Partner anbelangt, so ist sie mir gleichgültig. Derart gleichgültig, dass ich nicht einmal Zeit für die Antwort auf diese Frage vergeuden will“, sagte Medwedew zu Journalisten.

    „Was haben wir mit Japan zu besprechen? Die Präsenz des russischen Regierungschefs auf dem eigenen Territorium? So kann man zu weit gehen“, hieß es.

    Zum ersten Mal hatte Medwedew die Kurilen im November 2010 als Präsident besucht. Das war die erste Reise eines russischen Staatschefs zu diesen Inseln in der Geschichte. Tokio reagierte sehr negativ auf diese Reise und bezeichnete sie als „unzulässige Grobheit“.

    Moskau antwortete darauf, dass die Souveränität Russlands über die Kurilen nicht revidiert werden könne und die russische Führung ihre Arbeitsreisen unabhängig von der Reaktion Tokios unternehme.

    Statt der Konfrontation hat Moskau Japan angeboten, die Region gemeinsam zu entwickeln und einen bilateralen Vorteil daraus zu ziehen, vorausgesetzt, dass Japan seine Gebietsansprüche vergisst und sich ausschließlich auf die Wirtschaftszusammenarbeit konzentriert.

    Tokio beansprucht seit 1945 die Inseln Iturup, Kunaschir, Schikotan und Habomai unter Berufung auf das bilaterale Traktat über Handel und die Grenzen aus dem Jahre 1855. Die Rückgabe dieser Inseln stellte Japan als Bedingung für den Abschluss eines Friedensvertrages mit Russland, der nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht unterzeichnet worden war.

    Die Haltung Moskaus besteht darin, dass die Südkurilen im Ergebnis des Zweiten Weltkrieges an die UdSSR gegangen sind und die russische Souveränität über sie, die eine entsprechende völkerrechtliche Ausgestaltung hat, keinem Zweifel unterliegt.

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