22:41 25 September 2017
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    Umfrage: Die Russen sind in Proteststimmung – „Wedomosti”

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    Kundgebungen und Protestdemos nach der Präsidentenwahl in Russland (104)
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    Die meisten Russen begrüßen die Protestaktionen der Opposition, verzichten jedoch darauf, daran teilzunehmen, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ unter Berufung auf das Meinungsforschungsinstitut Lewada-Zentrum am Donnerstag.

    Die meisten Russen begrüßen die Protestaktionen der Opposition, verzichten jedoch darauf, daran teilzunehmen, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ unter Berufung auf das Meinungsforschungsinstitut Lewada-Zentrum am Donnerstag.

    Die Proteststimmung hält weiter an - davon sind die meisten Teilnehmer der Umfrage überzeugt, die vom Meinungsforschungsinstitut Lewada-Zentrum vom 21. bis 26. Juni unter 1559 Personen durchgeführt wurde. 17 Prozent sind der Meinung, dass die Proteststimmung steigen wird, 41 Prozent gaben an, dass sie konstant bleibt, 32 Prozent erwarten jedoch einen Rückgang.

    Die Meinungen darüber, ob die Protestaktionen sich positiv auswirken, gehen jedoch auseinander: 43 Prozent sehen nur Positives daran, ebenso viel halten sie für schädlich. Die Hausdurchsuchungen bei den Oppositionsführern begrüßen 14 Prozent, dagegen sind 19 Prozent, die anderen sind gleichgültig oder haben nichts davon gehört. Nur 15 Prozent sind der Ansicht, dass sie gesetzlich und berechtigt sind. 21 Prozent halten sie für gesetzwidrige politische Repressionen und 33 Prozent für politisch motiviert, jedoch gesetzlich.

    Einige Forderungen der Opposition teilen die Russen. Es gibt fast genauso viele Anhänger und Gegner einer neuer Verfassung, die die Befugnisse und die Amtszeit des Präsidenten einschränkt und die Befugnisse der Staatsduma (Unterhaus) erweitert: 38 Prozent gegen 36 Prozent. Die Mehrheit (56 Prozent) lehnt einen Rücktritt von Präsident Wladimir Putin ab, dafür sind nur 27 Prozent. 42 Prozent gaben jedoch daran, dass die Kreml-Partei „Geeintes Russland“ eine Partei von Gaunern und Dieben ist, 40 Prozent sind gegenteiliger Ansicht. Das Vertrauen zur Kreml-Partei schwindet kontinuierlich.

    Die Bevölkerung sympathisiert nicht mit der Opposition, sondern mit den Protesten an sich. Sie sehen Kundgebungen als Element der Demokratie und die Möglichkeit, seine Meinung zu äußern, selbst wenn nicht alle Losungen geteilt werden, sagt Politologe Jewgeni Mintschenko.

    Der Vize-Chef des Meinungsforschungsinstituts Lewada-Zentrum, Alexej Graschdankin, sagt voraus, dass die Protestaktionen in nächster Zeit nachlassen werden, weil sie nicht mehr auf der Tagesordnung stehen: Die Wahlen sind vorbei, aber die Situation kann sich wegen unpopulärer Maßnahmen wie die Anhebung der Wohnnebenkosten und der Bußgelder wieder ändern.

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